Fed zögert – droht jetzt der Zins-Schock durch Iran-Krise?
Die Ökonomen Oscar Munoz und Eli Nir vom Analysehaus TD Securities erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) ihre Geldpolitik bis September unverändert lässt, während sie die Auswirkungen des Iran-Konflikts bewertet und die Inflation beobachtet. Für das Jahr 2026 rechnen sie mit Zinssenkungen im Umfang von insgesamt 50 Basispunkten sowie einem weiteren Schritt um 25 Basispunkte im März 2027. Gleichzeitig warnen sie, dass eine anhaltend durch Energiepreise getriebene Inflation sowie interne Meinungsverschiedenheiten im Offenmarktausschuss Federal Open Market Committee (FOMC) den Lockerungskurs verzögern und das Zinsniveau länger hoch halten könnten. Der geldpolitische Lockerungspfad bleibt demnach von den Auswirkungen des Iran-Schocks abhängig.
„Powell äußerte sich nicht festlegend zur künftigen Geldpolitik, verwies jedoch auf Diskussionen über eine Anpassung der Forward Guidance hin zu einer stärker ausgewogenen Ausrichtung. Eine solche Änderung wird von drei regionalen Fed-Präsidenten unterstützt, die im April abweichende Stimmen abgegeben hatten. Wie erwartet würde ein restriktiverer Kurswechsel vermutlich zunächst in der Formulierung der Stellungnahme sichtbar werden.“
„Der hohe Grad an Uneinigkeit im Ausschuss angesichts des sich entwickelnden Ölpreisschocks unterstreicht, wie schwierig es für den designierten Vorsitzenden Warsh sein wird, kurzfristig Zinssenkungen durchzusetzen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass das FOMC im September zur Lockerung zurückkehren kann, sofern sich die Inflation normalisiert – vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Auswirkungen aus dem Iran bleiben begrenzt. Allerdings steigt das Risiko, dass die Fed länger abwartet.“
„Wir erwarten insgesamt Zinssenkungen von 50 Basispunkten in diesem Jahr, verteilt auf September und Dezember, sowie einen zusätzlichen Schritt um 25 Basispunkte im März 2027. Damit würde der Leitzins bei 3,00 Prozent liegen. Gleichwohl erkennen wir, dass das Risiko einer länger anhaltenden Zinspause zunimmt.“
„Im Anschluss an die FOMC-Sitzung wird sich die Aufmerksamkeit in dieser Woche auf die Äußerungen von Präsident Williams richten – insbesondere Hinweise auf mögliche Änderungen in der Kommunikationsstrategie dürften dabei im Fokus stehen.“
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