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Bundesbankvorstand Theurer: Europa sollte an Erkenntnissen von "Mythos" teilhaben

ReutersApr 29, 2026 7:30 AM
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- Bundesbank-Vorstand Michael Theurer dringt auf eine europäische Teilhabe am KI-Modell "Mythos" zum frühzeitigen Erkennen und Mindern von Cyber-Gefahren. "Anthropic ist mit 'Mythos' in aller Munde", sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Es ist ein KI-Modell aus den USA, das Sicherheitslücken in der Software von Finanzinstituten schnell identifizieren und ausnutzen kann. Das US-Finanzministerium habe dazu einige Institute zu einem Gespräch eingeladen: "Ich halte es für notwendig, dass nun auch die EU-Kommission und die Regierungen in Europa die Anfrage an das Unternehmen - respektive an die USA - stellen, dass die Technologie geteilt wird", forderte Theurer, der im Vorstand der Bundesbank für Banken- und Finanzaufsicht sowie Finanzstabilität zuständig ist. Es müsse "eine offizielle Anfrage" her, damit auch Europa an den Erkenntnissen teilhaben könne.

Die neue Anthropic-KI ermöglicht es selbst Laien, komplexe Hackerangriffe zu starten. Bei ersten Tests hatte "Mythos" Sicherheitslücken entdeckt, die trotz zahlreicher Prüfungen durch Menschen jahrelang unerkannt geblieben waren. "Mythos" wird zunächst einer Gruppe von ausgesuchten Unternehmen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Initiative "Project Glasswing" dürfen diese das Modell nutzen, um nach Schwachstellen in der Cybersicherheit zu suchen.

Theurer sagte, in seinen Gesprächen mit Banken habe er den Eindruck gewonnen, dass alle eigentlich schon sensibilisiert seien für das Thema Cybersicherheit im Zusammenhang mit dem neuen KI-Modell: "Nur: Wenn man das Modell nicht erhält, kann man auch nicht testen, welche Schwachstellen damit entdeckt werden können."

"SEHR SCHWIERIGES FAHRWASSER"

Es sei Aufgabe der Institute, sich entsprechend zu schützen. "Aber möglicherweise kommen wir in einen Bereich hinein, in dem Wirtschaftsakteure gegebenenfalls auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Wenn man diese Technologie jedoch nicht selbst zur Verfügung hat, kommt man natürlich in sehr schwieriges Fahrwasser", fügte Theurer hinzu.

Bundesbankchef Joachim Nagel hat bereits vor erheblichen Risiken durch den Einsatz von KI für die Stabilität des Finanzsystems gewarnt. Die frühzeitige Erkennung und Minderung solcher Gefahren sei entscheidend für die Finanzstabilität. Aus Sicht Nagels sollten "alle relevanten Institutionen" Zugang zu der neuen IT-Technologie haben, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

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