Verbraucher in Deutschland sind so pessimistisch wie zuletzt Anfang 2023
Berlin, 27. Apr (Reuters) - Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen drücken die Verbraucherstimmung in Deutschland erneut deutlich. Der Indikator für das Konsumklima für Mai sinkt um 5,2 auf minus 33,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2023, wie die Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) am Montag mitteilten. Die Konsumenten blickten skeptischer auf ihre künftige Finanzlage und die allgemeine Konjunktur. Zudem fiel die Anschaffungsneigung, also die Bereitschaft zu größeren Einkäufen von Autos oder Möbeln, auf ein Zwei-Jahres-Tief.
"Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein", sagte NIM-Experte Rolf Bürkl. Dieses Teil-Barometer fiel ebenfalls auf den niedrigsten Wert seit Februar 2023. "Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig."
Die Sparneigung gibt an, ob es die Menschen angesichts der Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, Geld auf die hohe Kante zu legen. Sie ging leicht zurück, bleibt den Angaben zufolge aber mit 16,1 Punkten auf hohem Niveau. Die NIM-Daten basieren auf einer Umfrage von rund 2000 Verbrauchern zwischen dem 2. und 13. April.
Auch bei den Unternehmen herrscht wegen des Iran-Kriegs und seiner Auswirkungen derzeit große Unsicherheit. Dies drückt die Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft auf das niedrigste Niveau seit Beginn des Jahrzehnts. Das Ifo-Geschäftsklima sank im April um 1,9 auf 84,4 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut jüngst zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai 2020 - als die Wirtschaft noch im Würgegriff der Corona-Pandemie war.
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