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SPOTANALYSE-Volkswirte zum gesunkenen Ifo-Index im April

ReutersApr 24, 2026 8:35 AM
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- Der Iran-Krieg trübt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen deutlich ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, nach 86,3 Zählern im März. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 85,5 Punkte gerechnet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

JENS-OLIVER NIKLASCH, LBBW:

"Der Anstieg der Energiepreise und die Sorge um die Stabilität der Lieferketten hinterlassen ihre Spuren in der Konjunktur. Jetzt sind nicht nur die Erwartungen eingebrochen, sondern auch die Lage hat sich deutlicher als erwartet verschlechtert. Da sich zudem auch nach fast zwei Monaten keine Öffnung der Straße von Hormus abzeichnet – erinnert sei daran, dass allein die Räumung der Seeminen bis zu sechs Monaten dauern könnte – muss man davon ausgehen, dass trotz der bereits reihum gesenkten Prognosen für die deutsche Konjunktur weiterhin die Abwärtsrisiken dominieren."

DIRK SCHUMACHER, CHEFVOLKSWIRT KFW:

"Nachdem im März bereits die mittelfristigen Erwartungen der Unternehmen deutlich zurückgegangen waren, hat im April nun auch die Einschätzung der aktuellen Lage einen klaren Dämpfer bekommen. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Unternehmen weiter stark zurückgegangen. Die Erholung des Unternehmensvertrauen war bis zum Iran-Krieg vor allem in den Erwartungen reflektiert und damit mehr eine Hoffnung als etwas, dass sich in den aktuellen Daten widerspiegelte. Mit dem Einbruch der Erwartungen über die letzten zwei Monate ist damit der Aufschwung wieder 'auf Null' zurückgesetzt. Das heißt nicht, dass eine Erholung im Laufe des Jahres – getrieben durch den Fiskalimpuls – nicht möglich bleibt. Aber eine notwendige Bedingung hierfür ist eine baldige Öffnung der Straße von Hormus und eine graduelle Normalisierung der Energiepreise."

ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:

"Beim On-Off im Iran-Krieg bleibt die Stimmung weiter stark auf der Strecke. Nach wie vor schrecken hohe Energiepreise, sie belasten den Ausblick. Jeder Tag, den die Straße von Hormus gesperrt ist, verursacht Konjunkturschmerz. Selbst bei einer Konfliktberuhigung ist davon auszugehen, dass eine Normalisierung dauern wird. Schiffe können nicht alle gleichzeitig beladen losfahren, Produktionsanlagen sind zu reparieren. Die gestiegenen Energiepreise dürften auch die Impulse des Fiskalpakets schmälern. Bleiben die Energiepreise hoch oder steigen sie noch, rutscht die Wirtschaft näher an den Stagnationsbereich."

JÖRG KRÄMER, CHEFVOLKSWIRT COMMERZBANK:

"Der Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft. Das Wachstum dürfte in diesem Jahr selbst dann um beträchtliche 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen, wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete. Für dieses Szenario rechnen wir nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. Bereinigt um die ungewöhnlich hohe Zahl von Arbeitstagen entspricht dies einem mageren Plus von 0,3 Prozent. Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko."

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