IMK-Forscher: Iran-Krieg lässt Rezessionsgefahr in Deutschland steigen
Berlin, 23. Apr (Reuters) - Der Iran-Krieg erhöht laut einem Konjunkturbarometer das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten in eine Rezession gerät. Das signalisiert der Indikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der Reuters am Donnerstag vorlag. Das Barometer bündelt die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen. Für das zweite Quartal von April bis Ende Juni 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 33,5 Prozent aus. Anfang März betrug sie für die folgenden drei Monate noch 11,6 Prozent.
Maßgeblich für den Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit sind laut IMK vor allem Eintrübungen bei Finanzmarkt- und Stimmungsindikatoren. Dazu zählen unter anderem höhere Risikoprämien bei Kreditausfallversicherungen für Firmen, mehr Schwankungen am Aktienmarkt sowie Zinsentwicklungen, die darauf schließen lassen, dass Finanzmarktakteure sich auf eine Anhebung der Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) einstellen.
"Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran im März hat die Wahrscheinlichkeit für weitere Produktionsrückgänge aufgrund höherer Energiepreise und unterbrochener Lieferungen, insbesondere im Bereich der in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Kriegs stark belasteten energieintensiven Industrien, zugenommen", erläuterte IMK-Forscher Thomas Theobald.
Für die kommenden Monate sei zudem mit einer spürbaren Dämpfung des privaten Verbrauchs zu rechnen. Die Energiepreisschocks würden zunächst die "Öl-nahen Ausgaben" der privaten Haushalte verteuern und sich auch nach und nach auf die Preise weiterer Güter und Dienstleistungen auswirken. Die Bundesregierung halbierte jüngst ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,5 Prozent. Laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kämpft die Wirtschaft im Zuge des Nahost-Krieges zwar mit zunehmendem Gegenwind. Eine Rezession sei jedoch nicht zu erwarten.
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