Deutsche Iran-Exporte schon vor Kriegsausbruch fast halbiert
Berlin, 20. Apr (Reuters) - Die deutschen Exporte in den Iran sind bereits vor dem jüngsten Kriegsausbruch massiv eingebrochen. Im Januar und Februar fielen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 48,5 Prozent auf 102,3 Millionen Euro und damit fast um die Hälfte, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Damit beschleunigt sich ein bereits länger anhaltender Abwärtstrend im Handel mit der Islamischen Republik. Im Gesamtjahr 2025 waren die deutschen Ausfuhren in den Iran schon um 24,5 Prozent auf 961,6 Millionen Euro gesunken. Die Importe aus dem Iran nach Deutschland legten 2025 hingegen leicht um 1,7 Prozent auf 234,5 Millionen Euro zu. Der deutsche Exportüberschuss im Handel mit dem Land schrumpfte auf 727,1 Millionen Euro, nach rund einer Milliarde Euro im Vorjahr.
Im Vergleich zu 2018, vor der Wiedereinführung umfassender US-Sanktionen gegen den Iran, brachen die deutschen Exporte sogar um 64,3 Prozent ein. Die Importe sanken in diesem Zeitraum um 46,8 Prozent. Der Handelsüberschuss hatte 2018 noch 2,3 Milliarden Euro betragen.
Die Zahl der am Handel mit dem Iran beteiligten deutschen Unternehmen ist ebenfalls stark rückläufig. 2024 waren nach Angaben des Statistikamts noch 2556 Firmen in dem Geschäft aktiv, 61,4 Prozent weniger als 2018. Wichtigste deutsche Exportgüter waren 2025 Maschinen, gefolgt von pharmazeutischen Erzeugnissen und chemischen Produkten. Aus dem Iran importierte Deutschland hauptsächlich Nahrungsmittel, allen voran Pistazien.
Ende Februar haben die USA und Israel den Iran mit Luftangriffen attackiert. Nach Gegenschlägen hat sich der Konflikt in der Golf-Region ausgeweitet und die Energiepreise weltweit massiv erhöht. Trotz einer Feuerpause zeichnet sich derzeit keine nachhaltige Friedenslösung ab.
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