Vujcic (EZB): Energieschock in Zeiten der Waffenruhe noch von geringer Intensität
13. Apr (Reuters) - Der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic sieht den bisherigen Ölpreisanstieg im Zuge des Iran-Konflikts nicht als großen Inflationstreiber. "Wir befinden uns weder im Öl- noch im Gassektor in einer ungünstigen, geschweige denn in einer sehr ungünstigen Lage", sagte er am Montag auf einem Finanzforum in Kroatien und fügte hinzu: "Und das sind gute Nachrichten." Vujcic erklärte, der Energieschock sei aufgrund der zweiwöchigen Waffenruhe im Krieg zwischen den USA und dem Iran noch von geringer Intensität. Eine erneute Eskalation des Krieges könne die Märkte jedoch treffen. Vujcic wird im Juni Nachfolger des scheidenden EZB-Vizechefs Luis de Guindos.
Dieser sagte in Madrid, eine Zinserhöhung der EZB hänge davon ab, wie sich die kriegsbedingte Verteuerung von Rohöl und einigen Chemikalien auf andere Preise auswirke. Die EZB könne die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges nicht mit der Geldpolitik abwenden, werde aber die Folgewirkungen genau beobachten. Die EZB hatte die Leitzinsen im vergangenen Monat unverändert gelassen. Sie signalisierte aber Bereitschaft zu einer strafferen Geldpolitik, sollten die hohen Energiepreise auf die gesamte Wirtschaft übergreifen und durch sogenannte Zweitrundeneffekte die Preise anderer Waren und Dienstleistungen beeinflussen.
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