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Sorge vor Inflation nach Iran-Krieg – Verbraucherlaune in Deutschland sinkt

ReutersMar 26, 2026 7:00 AM

- Der Iran-Krieg und die Sorge vor steigenden Energiepreisen drücken die Stimmung der deutschen Verbraucher deutlich. Der Indikator für das Konsumklima für April sinkt auf minus 28,0 Punkte und damit um 3,2 Zähler zum Vormonat, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) am Donnerstag mitteilten. Während die Kauflaune noch weitgehend stabil ist, trüben sich vor allem die Erwartungen der Menschen an ihr künftiges Einkommen und die Konjunktur spürbar ein. "Zwar reagieren die Anschaffungsneigung und die Sparneigung im Moment noch wenig auf die geopolitischen Ereignisse im Iran", sagte NIM-Experte Rolf Bürkl. "Aber die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht, und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird."

Besonders deutlich ist der Pessimismus bei den Einkommenserwartungen. Dieser Teilindikator stürzte um 12,6 Punkte auf minus 6,3 Zähler ab. Als Grund nennen die Fachleute auch hier die Furcht vor einer wieder anziehenden Inflation infolge teurer Energie. Auch die Konjunkturaussichten für die kommenden zwölf Monate sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich negativer. Das Barometer dazu fiel um 11,2 Zähler auf minus 6,9 Punkte. Einen schlechteren Wert gab es zuletzt im Dezember 2022. Offenbar wächst die Sorge, dass die vorsichtige Erholung der Wirtschaft einen ernsthaften Dämpfer bekommt. Ökonomen haben bereits ihre Konjunkturprognosen für 2026 gesenkt.

Nun zeichnet sich für die nächste Zeit eine höhere Inflation ab, die wiederum die Kaufkraft dämpfen wird. Eine aktuelle NIM-Studie stütze diese Einschätzung, sagte Bürkl. 60 Prozent der Deutschen gehen demnach davon aus, dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben. "Das drückt natürlich auf die Verbraucherstimmung", sagte Bürkl.

Andere Indikatoren änderten sich kaum. Die Anschaffungsneigung - also die Bereitschaft für größere Einkäufe - sank nur leicht auf minus 10,9 Punkte. Auch die Sparneigung, die im Februar einen Höchststand seit 2008 erreicht hatte, stabilisierte sich im März auf einem sehr hohen Niveau von 18,5 Punkten. Die Daten basieren auf der Umfrage von rund 2000 Verbrauchern zwischen dem 5. und 16. März - und damit nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.

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