Berlin, 26. Mrz (Reuters) - Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich nach Beginn des Iran-Kriegs merklich verschlechtert. Das Barometer für die Exporterwartungen sank im März auf minus 0,9 Punkte, von plus 2,7 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Zuvor hatte es drei Anstiege in Folge gegeben. "Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit unter den Exporteuren merklich erhöht", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Viele Unternehmen befürchten eine sinkende Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten."
Entgegen dem negativen Gesamttrend erwarten die Automobilhersteller einen "deutlichen Schub" bei den Ausfuhren, wie das Ifo-Institut mitteilte: Das Barometer für diese exportstarke Branche stieg auf den höchsten Wert seit Juni 2020. Auch die Möbel- und die Elektronikbranche sowie die Getränkeindustrie rechnen mit steigenden Auslandsumsätzen, betonten die Forscher.
Im Maschinenbau zeichnet sich derzeit wenig Dynamik ab, ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung. Mit sinkenden Ausfuhren rechnen nach wie vor das Papiergewerbe, die Druckindustrie sowie die chemische Industrie - letztere steht wegen der infolge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Energiepreise unter Druck. "Wie sich die Exportentwicklung in den kommenden Monaten gestaltet, hängt stark vom weiteren Verlauf des Konflikts ab", sagte Wohlrabe.
Für die deutschen Exporteure hatte das Jahr wegen der sinkenden Nachfrage aus China und Europa mit einem Fehlstart begonnen. Ihre Ausfuhren schrumpften im Januar um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 130,5 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Rückgang seit Mai 2024, wie das Statistische Bundesamt ermittelte.