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Ifo-Umfragechef: Iran-Krieg verschiebt Aufschwung nach hinten

ReutersMar 25, 2026 9:34 AM

- Der eskalierende Nahost-Konflikt verzögert dem Ifo-Institut zufolge den erhofften Aufschwung in Deutschland. "Der Krieg im Iran bremst die deutsche Konjunktur aus", sagte der Umfragechef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts, Klaus Wohlrabe, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Im zu Ende gehenden ersten Quartal dürfte es bestenfalls zu einem Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent langen, dem im Frühjahr eine Stagnation folgen dürfte. In der zweiten Jahreshälfte sei dann wieder mit Wachstum zu rechnen, angetrieben von den milliardenschweren staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Aufrüstung. "Der Aufschwung verschiebt sich ein Stück nach hinten", sagte Wohlrabe.

Im März sanken die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Branchen teils sehr deutlich. "Die Unternehmen blicken merklich skeptischer auf die kommenden Monate", sagte Wohlrabe zu der Umfrage unter 9000 Managern. "Das geht einher mit einer deutlich gestiegenen Unsicherheit."

In der Industrie litten vor allem die energieintensiven Branchen wie Chemie und Kunststoffe unter gestiegenen Kosten. Bei den Dienstleistern ist der Bereich Transport und Logistik von höheren Benzin- und Diesel-Preisen besonders betroffen. "Der Handel wiederum befürchtet einen Kaufkraftverlust seiner Kunden infolge einer höheren Inflation", sagte Wohlrabe. Auch im Tourismus trübte sich die Stimmung ein. Die Bauwirtschaft wiederum befürchte steigende Zinsen, was die Finanzierung von Bauprojekten teurer machen würde.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 86,4 Punkte, nach 88,4 Zählern im Februar. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2025. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 86,1 Punkte gerechnet. Die Firmen blickten ähnlich skeptisch wie zuletzt auf ihre Lage, bewerteten ihre Aussichten aber spürbar schlechter. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Israel und die USA bombardieren seit dem 28. Februar den Iran, der wiederum die Ölwirtschaft in mehreren Golfstaaten angreift.

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