tradingkey.logo
tradingkey.logo
Suchen

Studie: Deutsche Inflationsrate dürfte wegen Iran-Krieg über 2,5 Prozent steigen

ReutersMar 19, 2026 8:30 AM

- Der durch den Nahost-Krieg ausgelöste Preisschock bei Energie wird einer Studie zufolge die Inflationsrate in Deutschland erhöhen. Sie dürfte im ersten Halbjahr deutlich über der Marke von 2,5 Prozent liegen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Prognose des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Zum Vergleich: Im Januar waren die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, im Februar um 1,9 Prozent.

"Dabei werden Alleinerziehende und Paarfamilien mit niedrigen und mittleren Einkommen durch den Ölpreisanstieg etwas stärker belastet als Alleinlebende und als Familien mit hohen Einkommen", hieß es. Der Grund: In ihren Warenkörben fielen die Ausgaben für Kraftstoffe stärker ins Gewicht. Ein Anstieg von 20 Cent je Liter etwa bedeute für Alleinerziehende mit einem Kind monatliche Mehrkosten von 15 Euro, was bei einem Bruttoeinkommen von 3851 Euro einer um 0,6 Prozentpunkte höheren Inflationsrate entspricht. In absoluten Euro-Beträgen haben einkommensstarke Familien demnach mit 28,80 Euro zusätzlich pro Monat die höchsten Kosten, wenn sie unverändert oft tanken. Deren Inflationsbelastung sei aber mit 0,5 Prozent geringer als bei den anderen Familien, da Kraftstoffe einen kleineren Anteil an ihren gesamten Konsumausgaben ausmachen.

Die Forscher um IMK-Inflationsexpertin Silke Tober können derzeit noch nicht detailliert abschätzen, in welchem Maße die höheren Energiepreise auch weitere Waren und Dienstleistungen verteuern. "Dauert der Krieg nicht länger als wenige Monate, könnten die Auswirkungen des Energiepreisschubs auf die Inflation insgesamt aber begrenzt bleiben", hieß es. Werde etwa die Blockade der Straße von Hormus im Sommer wieder aufgehoben und bliebe die Öl- und Gasinfrastruktur der Golfstaaten weitgehend intakt, dürften die Rohöl- und Erdgaspreise im weiteren Jahresverlauf wieder auf ihre Niveaus von Ende 2025 sinken.

"Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich über zwei Prozent steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch deutlich darunter liegen", betonte Tober. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte die Leitzinsen wegen des Energiepreisschubs vorerst nicht erhöhen. Dieser belaste die europäische Wirtschaft zusätzlich. Eine Zinserhöhung würde die Konjunktur zusätzlich bremsen, so die Ökonomin. Die EZB entscheidet am Nachmittag über ihren Leitzins. Ökonomen zufolge dürfte er unverändert bei zwei Prozent bleiben.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Empfohlene Artikel

KeyAI