Berlin, 16. Mrz (Reuters) - Der Krieg im Nahen Osten bremst nach Einschätzung der Bundesregierung die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Die damit verbundenen drastischen Preissteigerungen bei Rohöl und Erdgas belasteten die Entwicklung, heißt es am Montag im Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. "Der Erholungsprozess bleibt angesichts der externen Risiken fragil." Es bestehe das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten Konjunkturerholung. Dies sei abhängig von der Dauer des Konflikts beziehungsweise "der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sowie möglichen längerfristigen Beeinträchtigungen der dortigen Produktionskapazitäten bei Öl und Gas", erklärte das Ministerium. Die Wirtschaft habe bereits Anfang 2026 an Dynamik verloren, nachdem sie sich Ende 2025 noch belebt hatte.
Wichtige Konjunkturindikatoren wie die Industrieproduktion, die Aufträge und die Einzelhandelsumsätze hätten sich zum Jahresbeginn merklich abgeschwächt. Zwar hätten sich Stimmungsindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima zuletzt aufgehellt, diese spiegelten die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten jedoch noch nicht wider. Die steigenden Energiepreise dürften zudem die Konsumstimmung in den kommenden Monaten dämpfen. Die Unsicherheit bei den Verbrauchern sei hoch, was sich bereits darin zeige, dass größere Anschaffungen aufgeschoben würden.
Auch die Aussichten für den deutschen Außenhandel trüben sich dem Bericht zufolge ein. Die geopolitischen Unsicherheiten erhöhten die Abwärtsrisiken für das Exportgeschäft spürbar. Zudem dürfte die Inflation wieder anziehen. Im Februar war die Teuerungsrate noch auf 1,9 Prozent gesunken. "Infolge des Konflikts im Nahen Osten und der damit zusammenhängend deutlich erhöhten weltweiten Öl- und Gaspreise ist mit einer temporär erhöhten Inflationsrate in den kommenden Monaten zu rechnen."