12. Mrz (Reuters) - Jeder dritte Amerikaner schnallt einer Studie zufolge den Gürtel enger, um die Kosten medizinischer Behandlungen zahlen zu können. Bei Ausgaben für Lebensmittel oder Strom werde deshalb gespart, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des West Health-Gallup Center hervor. Angesichts gestiegener Preise und Lebenshaltungskosten gaben 33 Prozent der fast 20.000 Befragten an, im vergangenen Jahr mindestens an einer Stelle im Alltag den Rotstift angesetzt zu haben, um Ausgaben zum Erhalt der Gesundheit zu bezahlen.
Besonders hart sind demnach US-Bürger ohne Krankenversicherung betroffen: Hier berichteten 62 Prozent von Einschränkungen. Fast ein Drittel dieser Gruppe musste sich Geld leihen, knapp ein Viertel streckte die Einnahme von Medikamenten, um länger mit den Vorräten auszukommen.
Hintergrund sind steigende Prämien und Zuzahlungen im laufenden Jahr, nachdem staatliche Zuschüsse aus der Corona-Pandemie für Versicherungen ausgelaufen sind. "Wir stellen tatsächlich fest, dass die Menschen häufiger von Stoffwechselerkrankungen oder Depressionen und Angstzuständen berichten", sagte Timothy Lash, Präsident des West Health Policy Center. Die Gesellschaft werde nicht gesünder, sondern kränker, während die Kosten stiegen.
Die finanzielle Belastung hat auch langfristige Folgen: Nach einer vergangenen Herbst erfolgten Erhebung des Gallup-Instituts verschoben fast neun Prozent der Befragten ihren Ruhestand wegen hoher Gesundheitskosten. Doppelt so viele zögerten demnach einen Jobwechsel hinaus.