Berlin, 11. Mrz (Reuters) - Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) begrüßt die geplante Begrenzung von Preiserhöhungen an den Zapfsäulen. "Das ist ein erster Schritt in eine sehr, sehr richtige Richtung", sagte ein Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters zu den Plänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Diese sehen vor, dass Preisanhebungen künftig nur noch einmal täglich erlaubt sein sollen. "Das beruhigt den Markt und schafft mehr Sicherheit für die Verbraucher", so der Sprecher, dessen Verband etwa 1000 kleine Tankstellenpächter in Deutschland vertritt.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar sind die Preise für Benzin und Diesel deutlich gestiegen und liegen teils deutlich über der Marke von zwei Euro je Liter. "Wir sind für die Preise nicht verantwortlich, die machen die Mineralölgesellschaften. Die schieben uns die Preise durchs Internet direkt auf die Zapfsäule", sagte der TIV-Sprecher. Die Tankstellenpächter wunderten sich selbst, wie sich die Preise gerade entwickelten. "Nirgendwo in Europa sind die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland", so der Verband.
Die Tankstellenpächter würden lediglich eine kleine Provision je verkauftem Liter von ein oder zwei Cent erhalten. 60 Prozent ihres Umsatzes würden sie mit den angegliederten Shops erwirtschaften, nur 20 Prozent mit dem Spritverkauf. Zusatzgeschäfte wie Autowäsche oder Reifenwechsel brächten ebenfalls etwa 20 Prozent des Umsatzes. "Wegen der stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel laufen uns die Kunden weg - vor allem in Grenznähe", sagte der TIV-Sprecher. Das sorge in den Shops für erhebliche Einbußen.
Nach dem Vorbild des "österreichischen Modells" dürften Tankstellen ihre Preise dann nur noch einmal am Tag erhöhen, sagte die CDU-Politikerin Reiche in Berlin. Preissenkungen seien dagegen jederzeit zulässig. Die Monopolkommission hatte das österreichische Modell zuvor gepriesen. "Preiserhöhungen werden auf einmal täglich begrenzt, Senkungen bleiben jederzeit möglich", sagte deren Vorsitzender Tomaso Duso. "So werden Verbraucherinnen und Verbraucher vor abrupten Preissprüngen geschützt, ohne den Wettbewerb auszuhebeln."