Madrid, 11. Mrz (Reuters) - Die EZB muss laut ihrem Vizechef Luis de Guindos auf den Ölpreisschock infolge des Irankrieges besonnen reagieren. Es gelte, jetzt mit Blick auf die Geldpolitik kühlen Kopf zu bewahren, sagte der Spanier am Mittwoch. Der Konflikt habe Unsicherheit und Volatilität verstärkt. Das Prognostizieren von Inflation und Wachstum sei angesichts der starken Energiepreisschwankungen derzeit deutlich komplexer als üblich. Man müsse mit verschiedenen Szenarien arbeiten. Die nächsten makroökonomischen Projektionen der EZB-Fachleute stehen mit dem Zinsentscheid am 19. März an.
Die Marktvolatilität könne die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts verstärken, erklärte de Guindos: "Eine Verstärkung der Schockwirkung eines Energieschocks kann eintreten und zu noch stärkeren Auswirkungen auf die Wirtschaft führen."
Die EZB strebt auf mittlere Frist eine Inflationsrate im Euroraum von 2,0 Prozent an, die ihr als ideal für die Konjunktur gilt. Die Preise im Euroraum haben bereits vor dem Nahost-Krieg angezogen. Die Inflationsrate stieg im Februar auf 1,9 Prozent, nach 1,7 Prozent im Januar. Ein längerer Krieg im Nahen Osten droht die Inflation weiter anzuheizen - über höhere Energiepreise.
Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte laut Experten zwar am 19. März weiter stillhalten und den Leitzins bei 2,0 Prozent halten. Doch wird an den Geldmärkten auf eine mögliche Straffung im laufenden Jahr spekuliert - womöglich bereits im Sommer.