Washington, 06. Mrz (Reuters) - Der Ölpreisanstieg im Zuge des Nahostkrieges wird laut Fed-Direktor Christopher Waller voraussichtlich weder zu anhaltender Inflation führen noch eine Zinsänderung erforderlich machen. "Die Benzinpreise werden sprunghaft ansteigen. Das werden die amerikanischen Bürger an der Zapfsäule feststellen und zunächst etwas überrascht sein", sagte das Direktoriumsmitglied der US-Notenbank am Freitag dem Fernsehsender Bloomberg TV. Er fügte an: "Wenn sich das in ein paar Wochen oder erst nach zwei Monaten wieder normalisiert, wird es langfristig keine große Rolle mehr spielen."
Der Ende Februar ausgebrochene Militärkonflikt hat die Energiepreise in den USA bereits hochgetrieben. Die Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts der Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich: Händler rechnen frühestens im Sommer mit einer Veränderung des Leitzinses.