04. Mrz (Reuters) - Die US-Wirtschaft ist nach Angaben der Notenbank Federal Reserve (Fed) zuletzt leicht gewachsen. "Die Aussichten sind insgesamt optimistisch", teilte die Fed in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" mit. Die meisten der zwölf Fed-Distrikte rechneten in den kommenden Monaten mit einem leichten bis moderaten Wachstum. Unternehmen gingen zudem davon aus, dass die Preise kurzfristig etwas langsamer steigen würden. Die Notenbank wies jedoch darauf hin, dass die Daten vor dem 23. Februar erhoben wurden. Sie berücksichtigen damit weder das Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen viele der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch den Beginn des Iran-Krieges.
Die Währungshüter hatten den Leitzins Ende Januar in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen und damit eine Serie von Zinssenkungen unterbrochen. Angesichts gestiegener Großhandelspreise und der durch den Iran-Konflikt angezogenen Ölpreise rechnen Experten fest damit, dass die Fed auch bei ihrer Sitzung am 17. und 18. März die Füße stillhalten wird. Händler gehen derzeit davon aus, dass eine weitere Zinssenkung erst bei der Sitzung Ende Juli erfolgen könnte.
Bis dahin dürfte die Führung der Notenbank gewechselt haben. Trump reichte am Mittwoch seine Nominierung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell beim US-Senat ein. Powells Amtszeit endet Mitte Mai. Marktbeobachter erwarten, dass Warsh die von Trump geforderten kräftigen Zinssenkungen unterstützt.
Unterdessen stützt der aktuelle Bericht die Einschätzung vieler Währungshüter, dass die Inflation ein Problem bleibt. Zahlreiche Firmen und Haushalte hätten weiter mit höheren Preisen infolge der Zölle der Trump-Regierung zu kämpfen, hieß es. Allerdings berichteten die meisten Distrikte auch, dass einige Firmen ihre Verkaufspreise trotz höherer Kosten stabil hielten, da Kunden zunehmend stärker auf den Preis achteten.