
Washington, 22. Feb (Reuters) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen Medienbericht über einen angedachten vorzeitigen Rückzug erneut nicht klar zurückgewiesen. Lagarde sagte am Sonntag dem US-Sender CBS, man habe bei der EZB viel erreicht und das müsse konsolidiert werden. "Meine Grundannahme ist, dass dies bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird", fügte sie hinzu. Lagarde war gefragt worden, ob sie möglicherweise vor Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten werde, damit ihr Nachfolger noch vor den französischen Wahlen gewählt werden könne, die eine rechtspopulistische Partei an die Macht bringen könnten.
Die "Financial Times" hatte in der vergangenen Woche berichtet, die Französin wolle ihr Amt als EZB-Präsidentin vorzeitig niederlegen, um dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein Mitspracherecht bei der Bestimmung ihrer Nachfolge zu geben. Lagardes reguläre Amtszeit läuft bis Ende Oktober 2027. In Frankreich wird im April nächsten Jahres gewählt.
Kurz nach dem Bericht der "Financial Times" hatte Lagarde sich dazu im "Wall Street Journal" geäußert und war dort bereits vage geblieben. In ihrem Interview mit CBS am Sonntag wählte sie nahezu den gleichen Wortlaut wie zuvor im "Wall Street Journal". Auch die EZB hatte unter der Woche auf ein ausdrückliches Dementi des "Financial Times"-Berichts verzichtet, sondern lediglich erklärt, Lagarde habe noch keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen.