
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung im Februar veröffentlicht, das zeigt, dass die Zinserhöhung durch stärker als erwartete Daten, anhaltende breit angelegte Inflation und eine Lockerung der finanziellen Bedingungen getrieben wurde. Darüber hinaus betonten die Entscheidungsträger die Datenabhängigkeit und einen fehlenden vorgegebenen Zinspfad.
Der Vorstand stellte fest, dass sich die Risiken für Inflation und Beschäftigung „wesentlich verschoben“ haben, was den Fall für eine Zinserhöhung im Februar stärkt.
Die Mitglieder waren sich einig, dass die Inflation voraussichtlich zu lange über dem Ziel bleiben würde, ohne eine geldpolitische Reaktion.
Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf 3,85 % angehoben; eine Beibehaltung wurde in Betracht gezogen, aber die Erhöhung wurde als stärkere Option angesehen.
Es gibt keinen vorgegebenen Pfad für die Zinsen; zukünftige Entscheidungen sind ausdrücklich datenabhängig.
Die Nachfrage übersteigt das Angebot, der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, die finanziellen Bedingungen werden als gelockert angesehen.
Das Währungspaar AUD/USD bewegt sich nach der Veröffentlichung kaum und handelt derzeit im Bereich von 0,7070-0,7065, was einem Rückgang von etwas über 0,10 % für den Tag entspricht.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.