
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Eric Heymann, sieht das Ende der Schwächephase in der deutschen Industrie erreicht. Für das Jahr 2026 rechnet er mit einem Produktionsanstieg von zwei bis drei Prozent. Damit würde die Industrieproduktion erstmals seit 2021 wieder wachsen. Trotz der positiven Perspektive warnt Heymann jedoch, dass ohne strukturelle Reformen kein nachhaltiger Aufschwung möglich sei.
„Für 2026 sind wir zuversichtlich, dass die Produktion im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland wieder steigen wird. Ein Plus von zwei bis drei Prozent erscheint uns realistisch. Das wäre der erste Anstieg der Industrieproduktion seit 2021 und erst der zweite seit 2019.“
„Es besteht die Chance, dass sich der in diesem Jahr erwartete Produktionsanstieg auch 2027 fortsetzt, da die Fiskalpolitik dann ebenfalls weiter Impulse setzen wird und eine breitere Wirkung entfalten könnte.“
„Im gesamten verarbeitenden Gewerbe lag die Produktion 2025 allerdings noch 15 Prozent unter ihrem Höchststand aus dem Jahr 2018. Die Daten zeigen, dass die für 2026 und 2027 erwartete Erholung der Industrieproduktion die Verluste der vergangenen Jahre keineswegs ausgleichen würde. Ohne strukturelle Reformen ist eine Rückkehr zu früheren Produktionsniveaus kaum möglich.“
„Für das gesamte verarbeitende Gewerbe besteht jedoch die Chance, dass sich der in diesem Jahr erwartete Produktionsanstieg auch 2027 fortsetzt, da die Fiskalpolitik dann ebenfalls weiter Impulse setzen wird und eine breitere Wirkung entfalten könnte.“
„Diese Zahlen sind ein Hinweis darauf, dass eine expansive Fiskalpolitik zunehmend in höheren Auftragseingängen bei Industrieunternehmen ankommt – nicht zuletzt bei Rüstungsgütern. Verbesserte steuerliche Abschreibungsbedingungen für Investitionen könnten 2026 ebenfalls Impulse liefern. Zudem werden insbesondere energieintensive Unternehmen auf der Kostenseite durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen entlastet, etwa durch einen zeitlich befristeten Industriestrompreis oder Bundeszuschüsse zu Netzentgelten.“