
Washington, 04. Feb (Reuters) - Die US-Dienstleister haben ihr Wachstumstempo zu Jahresbeginn überraschend gehalten. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Branche verharrte im Januar auf dem Vormonatswert von 53,8 Punkten, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Das Barometer tendiert deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem leichten Rückgang des Indikators auf 53,5 gerechnet. "Er hält sich komfortabel oberhalb der Expansionsschwelle, sodass er, zusammen mit dem kräftig gestiegenen ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes, einem konjunkturell freundlichen Start in das erste Quartal nicht entgegensteht", meint Helaba-Experte Ulrich Wortberg.
Die US-Industrie hatte zu Jahresbeginn überraschend den Sprung über die Wachstumsschwelle geschafft. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg im Januar auf 52,6 Punkte, nach 47,9 Zählern im Dezember, wie aus den ISM-Daten vom Montag hervorgeht. Auf das Verarbeitende Gewerbe entfallen gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung der USA, auf den Servicesektor sogar mehr als zwei Drittel.
Die US-Notenbank dürfte laut Helaba-Ökonom Wortberg mit der aus den ISM-Barometern ablesbaren positiven Entwicklung darin bestärkt werden, es bezüglich weiterer Zinssenkungen nicht eilig zu haben: "Und so wundert es auch nicht, dass die Zinssenkungserwartungen auf Sicht der kommenden Monate nur schwach ausgeprägt sind." Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte den Leitzins zuletzt nach drei Senkungen in Serie in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Laut den Währungshütern deuten die verfügbaren Indikatoren auf ein solides Wirtschaftswachstum hin.