
Frankfurt, 03. Feb (Reuters) - Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über die absehbaren TOP-THEMEN des morgigen Tages aus den Ressorts Politik, Wirtschaft und Finanzmärkte. (Stand 16.00 Uhr)
UKRAINE/RUSSLAND/USA - Unterhändler der Ukraine, Russlands und der USA wollen in Abu Dhabi Verhandlungen über eine Waffenruhe fortsetzen. Überschattet werden die Gespräche von den neuen russischen Angriffen auf die Energieversorgung in der Ukraine, nach denen bei eisigen Temperaturen Hunderttausende Menschen ohne Strom sind. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte, dass dies Konsequenzen haben müsse. Russlands Machthaber Wladimir Putin hat bislang keine Anstalten gemacht, von seinen Maximalforderungen abzurücken. Selenskyj ist zu einer sofortigen Waffenruhe ohne Vorbedingungen bereit.
DEUTSCHLAND/GOLFSTAATEN - Bundeskanzler Friedrich Merz bricht zu einem dreitägigen Besuch in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Rüstung sowie die Anwerbung von Investoren. Merz wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, zu der Unternehmen wie der Zugbauer Siemens MobilitySIEGn.DE, das Rüstungsunternehmen Diehl oder der Logistikkonzern DHLDHLn.DE gehören. Zudem dürften regionale Sicherheitsfragen erörtert werden.
DEUTSCHE TELEKOMDTEGn.DE - Der Bonner Konzern nimmt seine industrielle KI-Cloud offiziell in Betrieb. Hierfür hat die Deutsche Telekom ihr Rechenzentrum in München mit 10.000 Spezialprozessoren von NvidiaNVDA.O aufgerüstet. Unternehmen wie der Roboter-Bauer Agile Robots oder der Militärdrohnen-Anbieter Quantum Systems wollen diese Rechner zum Training ihrer Künstlichen Intelligenzen (KI) nutzen. Die Telekom bemüht sich auch um den Auftrag zum Bau einer KI-Gigafactory. Dabei handelt es sich um besonders leistungsfähige Rechenzentren, von denen in Europa insgesamt fünf entstehen sollen.
UBSUBSG.S - Die Großbank präsentiert ihren Jahresabschluss und aktualisiert ihre Finanzziele. Mitten in der Integration der gestrauchelten Credit Suisse dürfte der Schweizer Vermögensverwaltungsriese dank höherer Erträge und niedrigerer Kosten mehr verdient haben. Im Zentrum des Anlegerinteresses dürften die Angaben des Instituts zu den Aktienrückkäufen und zu den Kapitalrendite-Zielen stehen. Daraus erhoffen sich die Anleger Hinweise auf den Umgang mit den geplanten strengeren Eigenkapitalvorgaben der Schweizer Regierung.
INFINEONIFXGn.DE - In den Quartalsergebnissen des Chipkonzerns werden Anleger Hinweise auf eine anziehende Nachfrage der Autobauer suchen. Daneben richten sie ihr Augenmerk auf den Absatz von Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren. Diese waren in den vorangegangenen Quartalen der Wachstumstreiber für Infineon. Im laufenden Geschäftsjahr sollen sich die Einnahmen aus diesen Produkten auf 1,5 Milliarden Euro verdoppeln.
ALPHABETGOOGL.O - Bei den Geschäftszahlen der Google-Mutter stehen erneut die Investitionen in KI-Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Frage ist, ob sich die milliardenschweren Ausgaben für neue Rechenzentren in beschleunigtem Wachstum niederschlagen. Sollte Alphabet hier enttäuschen, könnten die Aktien ähnlich wie die Papiere von MicrosoftMSFT.O unter Druck geraten.
NOVO NORDISKNOVOb.CO - Der dänische Pharmakonzern öffnet seine Bücher für das vierte Quartal. Investoren achten besonders darauf, ob der Hersteller der Abnehmspritze Wegovy unter Konzernchef Mike Doustdar auf dem wichtigen US-Markt wieder an Schwung gewinnt. Dabei ruhen die Hoffnungen auch auf der Einführung der ersten Tablette zur Gewichtsreduktion. Analysten warnen jedoch, dass der Ausblick für 2026 wegen des Preisdrucks enttäuschen könnte.
OMVOMVV.VI - Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern dürfte im vierten Quartal wegen niedrigerer Öl- und Gaspreise einen Gewinnrückgang verzeichnet haben. Analysten erwarten im Schnitt ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten (CCS Ebit) von 1,17 Milliarden Euro - rund 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Beim CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten rechnen Experten mit einem Rückgang um etwa 11,5 Prozent auf 491 Millionen Euro. Besonders im Energiesegment werden deutliche Einbußen erwartet, während das Chemiegeschäft dank leicht verbesserter Margen besser abschneiden dürfte.
EURO-ZONE/PREISE - Der Inflationsdruck im Euroraum dürfte zu Jahresbeginn weiter an Kraft verloren haben. Laut Ökonomen könnte die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen im Januar auf 1,7 Prozent gefallen sein, nach 1,9 Prozent im Dezember. Damit würde die Inflationsrate weiter unter das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) abrutschen. Diese sieht eine Rate von 2,0 Prozent als ideal für die Wirtschaft an. Die frischen Inflationsdaten kommen einen Tag vor der anstehenden EZB-Ratssitzung, für die Experten eine erneute Zinspause erwarten.