tradingkey.logo

DSGV-Präsident für neue Handelspartner: "Zum Händchenhalten wartet niemand"

ReutersJan 26, 2026 11:47 AM

- Angesichts der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump plädiert Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter für neue Handelspartnerschaften der deutschen Wirtschaft. Diese sei zwar eng verflochten mit der US-Wirtschaft und weiter an guten Geschäften interessiert, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am Montag. "Man darf nur nicht blauäugig sein." Denn die Abkehr der Trump-Regierung von der regelbasierten Weltordnung, Zölle und andere Handelsbeschränkungen belaste die Wirtschaftsbeziehungen.

Nach dem Handelsabkommen von EU und USA im vorigen Sommer hätten sich viele deutsche Unternehmen daran gemacht, Investitionen in den USA zu planen und eine verstärkte Produktion vorzubereiten. Nach den jüngsten Signalen aus den USA und den Zolldrohungen von Trump erkenne man jetzt aber noch nicht, dass von den Firmen "da in breiter Front jetzt spontan die Handbremse gezogen wird", sagte Reuter und betonte: "Aber wir merken schon, dass die Unsicherheit steigt". Jedes Unternehmen überlege sich nun genau, ob man aktuell immer noch in die USA investieren wolle.

Deshalb müssten Politik und Wirtschaft beim globalen Handel neue internationale Partnerschaften suchen, wo es Potenziale gebe. "Wir müssen offen sein", mahnte Reuter. Dies gelte etwa für Abkommen mit Kanada oder Indien und anderen asiatischen Ländern. Wenn sich Chancen böten, müsse die Politik auch den Mut haben, die entscheidenden Schritte zu gehen und für beide Seiten faire Handelsabkommen zu schließen. "Zum Händchenhalten wartet niemand auf uns, aber um gemeinsam nach vorne hin den weltweiten Handel aufrechtzuerhalten, darauf warten viele."

Ein Scheitern des Mercosur-Abkommens mit südamerikanischen Ländern wäre ein "herber Schlag". Es würde eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen, sagte der Sparkassen-Präsident. "In diesen Zeiten braucht es Zeichen der europäischen Handlungsfähigkeit. Deshalb wäre es richtig, das Abkommen vorläufig anzuwenden."

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Verwandte Artikel

KeyAI