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GRÖNLAND-TICKER-Von der Leyen: EU an Scheideweg zu mehr Unabhängigkeit

ReutersJan 21, 2026 8:48 AM

- US-Präsident Donald Trump hat zusätzliche Zölle gegen mehrere Länder Europas angekündigt, sollten die USA Grönland nicht kaufen können. Es folgen aktuelle Entwicklungen:

09.39 Uhr - Die Europäische Union muss ihre Bemühungen um Unabhängigkeit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge beschleunigen. Dies sei nötig, um sich in einer sich schnell verändernden Welt verteidigen zu können. "Wir stehen an einem Scheideweg. Europa bevorzugt Dialog und Lösungen – aber wir sind vorbereitet, wenn nötig, mit Einigkeit, Dringlichkeit und Entschlossenheit zu handeln", sagt sie im Europäischen Parlament. "In dieser zunehmend gesetzlosen Welt braucht Europa seine eigenen Hebel der Macht." Es sei wichtiger denn je, sich weiterhin auf die Ukraine zu konzentrieren. Zugleich werde die EU mit den USA und anderen Partnern zusammenarbeiten, um die Sicherheit in der Arktis zu stärken.

09.22 Uhr - Die Europäische Union wird sich Ratspräsident Antonio Costa zufolge gegen jede Form von Zwang verteidigen und die auf internationalen Regeln basierende Ordnung sowie das Völkerrecht schützen. "Wir sind bereit, uns selbst, unsere Mitgliedstaaten, unsere Bürger und unsere Unternehmen gegen jede Form von Zwang zu verteidigen. Und die Europäische Union verfügt über die Macht und die Instrumente, dies zu tun", sagt Costa vor dem Europäischen Parlament. "Wir können nicht akzeptieren, dass das Recht des Stärkeren Vorrang vor den Rechten der Schwächeren hat." Bei internationalen Regeln handele es sich nicht um Optionen.

08.40 Uhr - Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau fordert die Europäer angesichts der Zolldrohungen aus den USA zur Gegenwehr auf. "Europa muss standhaft bleiben und sich verteidigen, und Europa kann auch endlich aufwachen und seine eigenen Karten ausspielen", sagt das EZB-Ratsmitglied im französischen Fernsehen. Laut Villeroy würden die neuen US-Zölle das Wirtschaftswachstum aller Beteiligten zwar schwächen, ihre Auswirkungen auf die europäische Inflation dürften jedoch eher gering ausfallen.

08.20 Uhr - Die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner hat angesichts der Spannungen mit der US-Regierung einen Plan B für ein Verteidigungsbündnis vorgeschlagen. Zwar bleibe die Nato für die transatlantische Sicherheit wichtig, sagt sie dem "Handelsblatt". "Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Trump das anders betrachtet." Brantner plädiert dafür, dass die sogenannte "Koalition der Willigen" für die Ukraine-Unterstützung ein Ausgangspunkt werden könnte. Daraus könne eine europäische "Fähigkeitskoalition" werden, "eine Gruppe derjenigen, die vorangehen wollen". Sie nannte neben Deutschland etwa Polen, Frankreich, Italien, die baltischen Staaten, Großbritannien und Norwegen. Das Bündnis solle erst ergänzend zur Nato existieren, aber dann funktionieren, wenn US-Präsident Donald Trump die Nato blockiere.

07.50 Uhr - Unionsfraktionschef Jens Spahn hat davor gewarnt, dass die Europäer von sich aus die Nato wegen des Vorgehens von US-Präsident Donald Trump infrage stellen. "Ich halte es für sehr klug, klar auf die Zolldrohung zu reagieren und sich vorzubereiten", sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Aber aus der schwierigen Zolldebatte sollten wir nicht gleich auch die Nato infrage stellen. Wir jedenfalls sind auf die Nato für unsere Sicherheit angewiesen", fügt er hinzu. Spahn hatte bereits am Dienstag im Reuters-TV-Interview betont, dass Trumps Annexionsansprüche auf Grönland und die Zolldrohungen gegen die Europäer "inakzeptabel" seien.

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