
Die jüngste Umfrage der türkischen Zentralbank (CBT) zeigt, dass Marktteilnehmer für Ende 2026 eine Inflationsrate von 23,2 Prozent erwarten. Damit liegt die Prognose leicht unter dem Wert von 23,4 Prozent vor einem Monat. Die Inflationserwartungen könnten sich damit etwas abschwächen, parallel zur zuletzt nachlassenden Teuerung. Zugleich scheinen sie sich jedoch bei rund 23 Prozent einzupendeln, wie der Devisenexperte der Commerzbank, Tatha Ghose, feststellt.
„Prognosen mit weiterem Zeithorizont – etwa für die kommenden 24 Monate – sind in der Regel völlig unzuverlässig; sie folgen einem bequemen Muster und nähern sich letztlich dem Inflationsziel der Zentralbank an (was in der Praxis jedoch nie eintritt). Anders gesagt: Die 23 Prozent stellen eine aktivere Prognose dar – vergleichbar mit einem Endniveau, das der Markt derzeit erwartet. Zudem entspricht dies in etwa der Inflationsrate, die sich ergibt, wenn man die jüngsten monatlichen Preisveränderungen auf das Jahr hochrechnet.“
„Das bedeutet, dass die monatlichen Preisanstiege – trotz all der Quartale mit hohen Leitzinsen – weiterhin in einem Tempo erfolgen, das nicht mit den mittelfristigen Zielen der Zentralbank vereinbar ist. Genau davor hatten wir seit dem vergangenen Jahr gewarnt: Es mag relativ einfach gewesen sein, die Inflation von 60 oder 80 Prozent auf 25 Prozent zu senken – da der damalige Höchststand stark von einmaligen Effekten aus der Corona-Zeit geprägt war. Doch der Weg zu einer ‚echten‘ Inflationssteuerung bleibt so schwer greifbar wie eh und je. Die gleiche Umfrage zeigt zudem, dass der Markt in diesem Monat sowie erneut im März mit Zinssenkungen um jeweils 150 Basispunkte rechnet.“
„Der Dollar zur türkischen Lira steigt weiterhin Tag für Tag langsam, aber stetig an.“