
- von Rene Wagner und Maria Martinez
BERLIN, 19. Jan (Reuters) - Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in den Vereinigten Staaten im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump fast halbiert und begründen dies mit der Unsicherheit im Handel. Dies geht aus einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) () hervor, der Reuters am Montag vorlag.
Von Februar bis November 2025 investierten deutsche Unternehmen rund 10,2 Milliarden Euro (11,1 Milliarden Dollar) in den USA, was einem Rückgang von etwa 45% gegenüber fast 19 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht, so die Studie, die sich auf Daten der Bundesbank stützt.
Da die Direktinvestitionsströme oft stark schwanken, verglich das IW die Zahlen auch mit dem Durchschnittswert für den gleichen Zeitraum von 2015 bis 2024, der bei rund 13,4 Milliarden Euro lag.
"Selbst im Vergleich dazu ist der Bewertung seit Trumps Amtsantritt um mehr als 24 Prozent gesunken", sagte IW-Forscherin Samina Sultan.
EXPORTE EBENFALLS RÜCKLÄUFIG
Auch die deutschen Exporte in die USA schwächten sich ab: Von Februar bis Oktober 2025 sanken die Ausfuhren um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so das IW - der stärkste Rückgang seit 2010 außerhalb des COVID-19-Zeitraums.
Der Einbruch im Jahr 2025 war nicht allein auf die US-Zölle zurückzuführen, sondern dürfte auch eine Folge der Abwertung des Dollars sein.
Dem Bericht zufolge sind die Unternehmen durch die veränderte Handelspolitik der USA und die Androhung zusätzlicher Zölle verunsichert.
Nachdem Trump am 20. Januar letzten Jahres seine zweite Amtszeit angetreten hatte, drohte er wiederholt mit höheren Zöllen auf Waren aus der Europäischen Union und setzte diese schließlich auch um, mit der Begründung, dass ausländische Unternehmen ihre Produktion in den Vereinigten Staaten ansiedeln oder ausweiten würden, um die zusätzliche finanzielle Belastung zu umgehen.
Die durch Trumps Politikwechsel hervorgerufene Unsicherheit führt jedoch dazu, dass Unternehmen, die Investitionsentscheidungen normalerweise über mehrere Jahre hinweg kalkulieren, eine abwartende Haltung einnehmen, so Sultan.
"Wenn die grundlegenden Annahmen des wirtschaftlichen Umfelds in Frage gestellt werden, manchmal praktisch über Nacht, wagen nur sehr wenige Unternehmen so weitreichende Entscheidungen", fügte der Forscher hinzu.
Die Sektordaten zeigten auch einen stärkeren Rückgang der Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen um fast 19 Prozent, während die Ausfuhren von Maschinen um 10 Prozent und die von chemischen Erzeugnissen um mehr als 10 Prozent zurückgingen, so das IW.
Das IW erklärte, die Auswirkungen seien für beide Seiten des Atlantiks negativ, da die Zölle die Inputkosten in den USA erhöht und dazu beigetragen hätten, die Inflation über 2 Prozent zu halten.