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Deutsche Wirtschaft entsetzt über Trumps Zolldrohung: "Neuer Tiefpunkt"

ReutersJan 17, 2026 7:30 PM

- Aus der deutschen Wirtschaft kommt scharfe Kritik an den neuen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump. "Die Ankündigung neuer US-Zölle für bestimmte europäische Staaten ist grotesk", sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, am Samstagabend. "Die USA bestrafen hier Teilnehmer eines Nato-Einsatzes, das ist eigentlich unvorstellbar. Dies ist ein neuer Tiefpunkt in den amerikanisch-europäischen Handelsbeziehungen." Man stehe weiterhin an der Seite Dänemarks, Demokratie und Freiheit ließen sich mit Strafzöllen nicht wegwischen. "Wenn wir zulassen, dass Zölle zur politischen Waffe werden, verlieren am Ende alle." Die EU könne jetzt ihre Stärke zeigen, sagte Jandura der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir brauchen eine gemeinsame Antwort darauf und dürfen nicht zulassen, dass einzelne Staaten zum Spielball der US-amerikanischen Interessen werden."

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) reagierte bestürzt. "Die Ankündigungen möglicher neuer Strafzölle durch den US-Präsidenten sind eine erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche sowie europäische Industrie - in ohnehin herausfordernden Zeiten - enorm." Entscheidend sei jetzt eine kluge, strategische und mit den betroffenen Ländern abgestimmte Reaktion aus Brüssel. Schnellschüsse führten zu einer Eskalation und einer möglichen Spirale, die nur Verlierer hervorbringe. "Zweifellos gilt, dass die USA den freien Willen Grönlands akzeptieren müssen", fügte Müller hinzu.

Im Streit um Grönland hatte Trump höhere Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angekündigt. Die Zölle würden zunächst ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen über einen US-Kauf der dänischen Arktisinsel erzielt werde. Trump hat wiederholt erklärt, das an Ressourcen reiche Grönland müsse wegen der nationalen Sicherheit in den Besitz der USA übergehen. Auch einen Militäreinsatz hat er nicht ausgeschlossen.

Die USA sind der mit Abstand wichtigste Exportkunde von Waren "Made in Germany". Seit August 2025 gilt für die meisten Waren aus der EU ein Aufschlag von 15 Prozent - ein Vielfaches des bisherigen Wertes.

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