
Washington, 16. Jan (Reuters) - Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado erwartet nach eigenen Angaben einen Regierungswechsel und freie Wahlen in dem südamerikanischen Land. "Ich bin zutiefst zuversichtlich, dass es einen geordneten Übergang geben wird", sagte Machado am Freitag auf einer Pressekonferenz in Washington. Der Prozess befinde sich jedoch in einer komplexen Phase. Die Überreste des "kriminellen Regimes" in Caracas würden sich von selbst auflösen, sagte sie. Wie dies geschehen soll, sagte sie nicht.
Machado hatte am Vortag US-Präsident Donald Trump getroffen und ihm ihre Friedensnobelpreis-Medaille überreicht. Trump hatte sich offen um den Preis bemüht und sich beklagt, als er ihn nicht erhielt. Das norwegische Nobelinstitut stellte klar, dass der Preis nicht übertragen werden kann. Trump selbst bezeichnete die Übergabe auf seiner Plattform Truth Social als eine wunderbare Geste des gegenseitigen Respekts. Das Weiße Haus bekräftigte jedoch Trumps Einschätzung, dass Machado zunächst nicht den nötigen Rückhalt habe, um das Land zu führen.
CIA-CHEF RATCLIFFE IN CARACAS
Etwa zeitgleich zu Machados Besuch im Weißen Haus traf CIA-Direktor John Ratcliffe überraschend Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez in Caracas. Einem US-Vertreter zufolge sollte er die Botschaft überbringen, dass die USA eine verbesserte Arbeitsbeziehung anstrebten. Themen seien die Zusammenarbeit der Geheimdienste und die wirtschaftliche Stabilität gewesen; zudem sei es darum gegangen sicherzustellen, dass Venezuela kein sicherer Rückzugsort mehr für die Gegner Amerikas sei. Machado warf ihrer Rivalin Rodriguez am Freitag vor, eine Kommunistin zu sein. Die Übergangspräsidentin kontrolliere zwar ein repressives System, habe aber keine Kontrolle über das Militär, was ihre Position unhaltbar mache.
Das US-Militär hatte Anfang des Monats den langjährigen Machthaber Nicolas Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Trump hat seitdem den Zugang zu den riesigen Ölreserven Venezuelas zur Priorität erklärt und nicht die Wiederherstellung der Demokratie. Maduro soll sich in New York wegen des Vorwurfs des Drogenhandels verantworten. Die Festnahme ist Teil einer massiven Verstärkung der US-Militärpräsenz in der Region. Machado war im Dezember aus Venezuela geflohen.