
14. Jan (Reuters) - Der ins Visier der US-Justiz geratene Notenbankchef Jerome Powell erhält Unterstützung aus den eigenen Reihen. Der Präsident des Notenbankbezirks Minneapolis, Neel Kashkari, sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der "New York Times", die Drohungen von Präsident Donald Trump gegen die Zentralbank im vergangenen Jahr hätten "im Wesentlichen mit der Geldpolitik zu tun". Die US-Regierung hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell eingeleitet, die der Fed-Chef als "Vorwand" bezeichnete, die Leitzinsen zu beeinflussen. Notenbanken aus aller Welt stellten sich in einer gemeinsamen Erklärung hinter den US-Zentralbankchef.
US-Präsident Trump hat Powell immer wieder als unfähig bezeichnet und ihm vorgeworfen, mit Zinssenkungen zu spät dran zu sein. Jüngst forderte er den Zentralbank-Präsidenten erneut auf, die Zinsen deutlich zu senken. Die zunehmenden Spannungen zwischen Powell und Trump haben allerdings dazu geführt, dass die meisten Ökonomen nicht mit einer Zinssenkung vor dem Ende von Powells Amtszeit im Mai rechnen. Auch Kashkari sagte in dem Interview, die Zinsen sollten in diesem Monat stabil gehalten werden. Die Federal Reserve hatte den Leitzins im Dezember auf die aktuelle Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Sie begründete dies damals mit Schwächesignalen vom Arbeitsmarkt und deutete zudem eine Pause ihres Lockerungskurses an. Der nächste Zinsentscheid der Fed steht am 28. Januar an.