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Exportverband kritisiert Trumps Iran-Zolldrohung - "Löst Problem nicht"

ReutersJan 13, 2026 10:15 AM

- Die deutschen Exporteure kritisieren die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle für den Handel mit dem Iran. "Ich glaube nicht, dass man mit dieser Art von Zöllen das Problem im Iran lösen kann", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Ich halte es insofern für die falsche Entscheidung des US-Präsidenten." Irans Importe könnten sich zudem verteuern. Das treffe das Volk, aber nicht die Regierung. "Deshalb sehe ich da ehrlich gesagt keine effektive Maßnahme dahinter", sagte Jandura. "Ich bedauere es eher, dass es immer wieder über die Zölle geht und damit die Händler trifft."

US-Präsident Donald Trump droht allen Handelspartnern des Iran mit Strafzöllen. "Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf den gesamten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen", schrieb Trump am Montag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Hintergrund sind die landesweiten Proteste gegen die iranische Führung. Menschenrechtsgruppen zufolge sind dabei Hunderte Menschen getötet worden.

Das deutsche Iran-Geschäft ist schon vor der Androhung von Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump eingebrochen. Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um 25,0 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlagen. Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren. Dennoch gilt Deutschland als wichtigster Handelspartner des Iran in der Europäischen Union (EU). 2024 insgesamt waren die deutschen Iran-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen. Deutschland sei Irans größter Handelspartner in der EU, so der BGA.

Im Außenhandel mit dem Iran bestehen in der EU bereits starke Beschränkungen wegen des dortigen Atomprogramms. Das macht sich auch bei den deutschen Importen bemerkbar. Diese summierten sich von Januar bis November 2025 auf knapp 217 Millionen Euro. Das waren 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil an den gesamten Einfuhren entspricht weniger als 0,02 Prozent. Besonders Nüsse werden aus dem Iran importiert. "Gleichwohl trifft das natürlich einige Unternehmen, die sich in diesem Bereich spezialisiert haben, schon arg", sagte Jandura. "Also insofern die Entwicklung ist bedauernswert."

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