tradingkey.logo

Deutsche Iran-Exporte vor Trump-Drohung um ein Viertel eingebrochen

ReutersJan 13, 2026 8:29 AM

- Das deutsche Iran-Geschäft ist schon vor der Androhung von Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump eingebrochen. Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um 25,0 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren. Dennoch gilt Deutschland als wichtigster Handelspartner des Iran in der Europäischen Union (EU). 2024 insgesamt waren die deutschen Iran-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen.

US-Präsident Donald Trump droht allen Handelspartnern des Iran mit Strafzöllen. "Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf den gesamten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen", schrieb Trump am Montag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Trump will früheren Medienberichten zufolge am Dienstag mit seinen Beratern das weitere Vorgehen in der Iran-Frage erörtern. Hintergrund sind die landesweiten Proteste gegen die iranische Führung. Menschenrechtsgruppen zufolge sind dabei Hunderte Menschen getötet worden.

Im Außenhandel mit dem Iran bestehen in der EU bereits starke Beschränkungen wegen des dortigen Atomprogramms. Das macht sich auch bei den Importen bemerkbar. Diese summierten sich von Januar bis November 2025 auf knapp 217 Millionen Euro. Das waren 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil an den gesamten deutschen Einfuhren entspricht weniger als 0,02 Prozent.

Einer Auswertung des bundeseigenen Wirtschaftsförderers Germany Trade and Invest (Gtai) zufolge machten chemische Produkte 2024 etwa ein Drittel der deutschen Iran-Lieferungen aus, ebenso wie Maschinen. Fast die Hälfte der Importe entfielen auf Nahrungsmittel, gefolgt von Rohstoffen (26,1 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (12,0 Prozent).

Am deutschen Iran-Geschäft gab es in der Vergangenheit immer wieder scharfe Kritik aus Israel. "Der Iran ist kein normaler Handelspartner", sagte etwa der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor. "Von jedem Euro, der in die Hände der Mullahs fließt, kommen 50 Cent als Terror zurück." Israel hatte im Juni iranische Atom- und Militäranlagen angegriffen. Auch die USA bombardierten iranische Atomanlagen.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Verwandte Artikel

Tradingkey
KeyAI