
Berlin, 12. Jan (Reuters) - US-Präsident Donald Trump ist seiner Sprecherin zufolge nicht für die umstrittenen Ermittlungen des Justizministeriums gegen Notenbankchef Jerome Powell verantwortlich. Auf die Frage von Journalisten, ob Trump die Untersuchung angeordnet habe, antwortete Karoline Leavitt am Montag mit "Nein". Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge hatte Finanzminister Scott Bessent den Präsidenten am Sonntag gewarnt, die Untersuchung sei "ein Schlamassel" und könne schlecht für die Finanzmärkte sein. Eine Stellungnahme von Bessent lag zunächst nicht vor.
Das US-Justizministerium hat gedroht, Powell anzuklagen. Dabei geht es um die auf rund 2,5 Milliarden Dollar gestiegenen Renovierungskosten am Hauptsitz der mächtigsten Zentralbank der Welt. Powell hat den Schritt als Vorwand bezeichnet, um Einfluss auf die Zinspolitik zu nehmen. Trump, ein langjähriger Kritiker Powells, hatte die Fed wiederholt zu Zinssenkungen aufgefordert. Die Finanzmärkte reagierten am Montag zunächst verunsichert auf die Entwicklung. Der Dollar geriet unter Abwertungsdruck, während der Goldpreis ein Rekordhoch erreichte und weltweit die Aktienkurse fielen. Experten warnten vor den Folgen des Vorgehens gegen die unabhängigen Währungshüter.