
EUR/JPY steigt nach zwei Verlusttagen und handelt während der asiatischen Stunden am Dienstag bei etwa 183,40. Händler werden wahrscheinlich die HCOB Einkaufsmanager-Index (EMI)-Daten aus Deutschland und der Eurozone beobachten. Auch die vorläufigen Verbraucherpreisindex (VPI)- und harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI)-Daten für Dezember aus Deutschland werden später am Tag im Fokus stehen.
Das EUR/JPY-Paar hält sich, da der risikoempfindliche Euro (EUR) an Boden gewinnt, während die Bedenken über eine breitere geopolitische Eskalation nachlassen. Die Vereinigten Staaten (US) starteten am Samstag einen großangelegten Militärschlag gegen Venezuela. US-Präsident Donald Trump sagte, der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und seine Frau seien gefangen genommen und aus dem Land geflogen worden. Am Montag plädierte Maduro in einem Drogen-Terrorismus-Fall auf nicht schuldig, was den Rahmen für einen beispiellosen Rechtsstreit mit erheblichen geopolitischen Auswirkungen schafft, so Bloomberg.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Zinssätze im Dezember 2025 unverändert und signalisierte, dass sie voraussichtlich für einen längeren Zeitraum auf diesem Niveau bleiben werden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte nach der Beibehaltung der Zinssätze im Dezember 2025, dass die erhöhte Unsicherheit es schwierig mache, klare Hinweise auf zukünftige politische Entscheidungen zu geben.
Der Aufwärtstrend des EUR/JPY-Paares könnte begrenzt sein, da der japanische Yen (JPY) an Boden gewinnen könnte, während die Erwartungen wachsen, dass die Bank of Japan (BoJ) in diesem Jahr weiterhin die Zinssätze anheben wird. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda sagte, die Zentralbank werde die Zinssätze anpassen, während sich die wirtschaftlichen Bedingungen und die Preise gemäß ihren Prognosen entwickeln. Ueda fügte hinzu, dass die Wirtschaft voraussichtlich einen positiven Zyklus moderater, gleichzeitiger Lohn- und Preiserhöhungen aufrechterhalten wird.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.