
China importierte im November weit mehr Rohöl als benötigt, um seine strategischen Reserven aufzustocken und einen stärkeren Rückgang der weltweiten Öl-Preise zu verhindern. Die Nachhaltigkeit dieses Trends bleibt jedoch ungewiss, wie Michael Pfister, Devisenanalyst bei der Commerzbank, feststellt.
„China hat im November erneut deutlich mehr Rohöl importiert, als es für seinen eigenen Bedarf benötigt hätte. Vergleicht man die Daten zur Rohölverarbeitung mit denen zu den Rohölimporten und der heimischen Rohölproduktion, ergibt sich ein Überschuss von 1,9 Millionen Barrel pro Tag. Dieses Rohöl wurde wahrscheinlich erneut zum Aufbau strategischer Reserven verwendet.”
„Die Reservenkäufe waren damit deutlich höher als in den Vormonaten und erreichten das höchste Niveau seit sieben Monaten. Dies lässt sich durch den starken Anstieg der Importe im November auf das höchste Niveau seit mehr als zwei Jahren erklären. In den ersten elf Monaten beliefen sich die Reservenkäufe insgesamt auf rund 1 Million Barrel pro Tag.
China dürfte somit einen erheblichen Teil des diesjährigen Überangebots absorbiert und einen stärkeren Rückgang der Ölpreise verhindert haben. Die große Frage ist daher, ob China diese Rolle auch in den kommenden Monaten weiterhin übernehmen wird.