Hantavirus-Ausbruch bei Kreuzfahrt - Verdachtsfall auf abgelegener Insel
Amsterdam, 08. Mai (Reuters) - Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" haben die Behörden einen weiteren Verdachtsfall auf einer abgelegenen Insel im Südatlantik identifiziert. Dabei handelt es sich nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes um eine Person mit britischer Staatsangehörigkeit. Sie befindet sich auf der Insel Tristan da Cunha, wo das Kreuzfahrtschiff am 15. April angelegt hatte. Weitere Angaben machte die Behörde am Freitag zunächst nicht.
Derzeit suchen die Behörden weltweit nach Kontaktpersonen. Bislang starben drei Menschen an dem Erreger, darunter eine Deutsche und ein niederländisches Ehepaar. Bei vier Menschen wurde das Virus nachgewiesen. Sie werden jetzt in Krankenhäusern in den Niederlanden, in Südafrika und in der Schweiz behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte an, noch am Freitag weitere Angaben zu dem Ausbruch und zu möglichen Kontaktpersonen zu machen.
Bei anderen Kontaktpersonen gaben die Behörden unterdessen Entwarnung. Zwei Personen, die sich in der Nähe der später verstorbenen Niederländerin aufgehalten hätten, seien inzwischen negativ auf das Virus getestet worden, teilten die niederländischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Nach WHO-Angaben ist darunter auch die Flugbegleiterin, die mit Symptomen in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert wurde. Bei einer dritten Person werden die Testergebnisse am Freitag erwartet. Bei der Kontaktperson, die in der Uniklinik Düsseldorf untersucht wird, stehen nach Krankenhausangaben die Ergebnisse noch aus.
Etwa 40 Passagiere hatten das Schiff nach Angaben der niederländischen Regierung bei einem Zwischenstopp auf der Insel St. Helena verlassen, bevor der Ausbruch gemeldet wurde. Der Aufenthaltsort vieler dieser Reisenden ist unklar. Zu den von Bord gegangenen Passagieren zählte die Frau des auf dem Schiff verstorbenen Niederländers. Sie erkrankte später selbst und starb, nachdem sie in Johannesburg wegen ihres schlechten Gesundheitszustands aus einer Maschine der Fluggesellschaft KLMAIRF.PA gebracht worden war.
Auf der "MV Hondius" befinden sich fast 150 Menschen. Das Schiff ist im Atlantik auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln, die zu Spanien gehören. Das Schiff soll am Sonntag Teneriffa erreichen. An Bord zeigt nach Angaben der Reederei derzeit niemand Symptome. Bei dem Erreger handelt es sich um den Anden-Stamm des Hantavirus. Dieser kann durch sehr engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Experten betonen jedoch, dass eine solche Ansteckung sehr selten ist. Die US-Gesundheitsbehörde CDC beobachtet die Lage, schätzt das Risiko für die US-Bevölkerung jedoch als äußerst gering ein.
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