Neue Gefechte zwischen USA und Iran - Trump nennt US-Angriffe "kleinen Denkzettel"
Washington, 08. Mai (Reuters) - Nach neuen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran hat US-Präsident Donald Trump Befürchtungen über ein Ende der Waffenruhe zerstreut. Die Feuerpause sei weiterhin in Kraft, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) dem Sender ABC News. Zuvor hatten die USA nach eigenen Angaben als Reaktion auf iranische Angriffe in der Straße von Hormus militärische Ziele im Iran beschossen. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation. Das iranische Militärkommando warf den USA vor, einen Öltanker, ein weiteres Schiff sowie zivile Gebiete angegriffen und damit die seit einem Monat geltende Waffenruhe gebrochen zu haben. Der Iran werde auf jeden Angriff ohne Zögern und mit aller Härte reagieren, hieß es in einer in den staatlichen Medien verbreiteten Erklärung vom Freitag. Das US-Militär sprach dagegen von einem Akt der Selbstverteidigung nach unprovozierten Angriffen aus Teheran.
Trump erklärte, drei US-Zerstörer hätten die Meerenge unter Beschuss erfolgreich passiert. Dabei seien die amerikanischen Schiffe nicht beschädigt worden, den iranischen Angreifern sei jedoch großer Schaden zugefügt worden. Die US-Vergeltungsschläge bezeichnete der Präsident als "kleinen Denkzettel". Der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur "Mehr" zufolge wurde in der Hauptstadt Teheran die Luftabwehr aktiviert. Inzwischen habe sich die Lage auf den iranischen Inseln und in den Küstenstädten an der Straße von Hormus jedoch wieder normalisiert, berichtete der staatliche Sender Press TV.
Die wieder aufflammenden Angriffe fallen in eine kritische Phase: Washington wartet derzeit auf eine Antwort Teherans auf einen US-Vorschlag zur formellen Beendigung des Krieges. Der Plan sieht vor, die Kämpfe zu stoppen, klammert aber die größten Streitpunkte für spätere Verhandlungen vorerst aus. Dazu gehören die US-Forderungen nach einer Aussetzung des iranischen Atomprogramms und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus. "Unsere Priorität ist, dass sie ein dauerhaftes Ende des Krieges verkünden. Die restlichen Fragen könnten geklärt werden, sobald sie zu direkten Gesprächen zurückkehren", sagte ein hochrangiger pakistanischer Regierungsvertreter, der an der Vermittlung beteiligt ist, der Nachrichtenagentur Reuters. Anstelle eines umfassenden Abkommens arbeiteten beide Seiten an einer Übergangsregelung, um eine Rückkehr zu einem offenen Krieg zu verhindern und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.
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