Israel tötet Hisbollah-Kommandeur in Beirut - Sorge um Waffenruhe
London, 07. Mai (Reuters) - Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff auf Beirut einen Kommandeur der Hisbollah-Elitetruppe Radwan getötet. Es handelte sich um den ersten israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt seit der im vergangenen Monat vereinbarten Waffenruhe, wie die Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten das Vorgehen bereits am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt. Von der Hisbollah-Miliz lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Die Attacke gefährdet die ohnehin brüchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran. Eine Kernforderung des Irans war dabei ein Stopp der israelischen Militäraktionen im Libanon. Ungeachtet der Waffenruhe halten sich israelische Truppen weiterhin in Gebieten südlich des Litani-Flusses auf. Zudem setzte Israel seine Militärschläge im Südlibanon fort. Bei einem Luftschlag auf die Stadt Selaja wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch vier Menschen getötet. Die Hisbollah feuerte daraufhin erneut Raketen auf Israel ab.
Israel hat im Südlibanon eine bis zu zehn Kilometer tiefe Sicherheitszone eingerichtet, um den Norden des eigenen Landes vor Raketenbeschuss durch die Hisbollah zu schützen. Parallel führt Israel Gespräche mit der libanesischen Regierung. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete ein Treffen auf höchster Ebene am Mittwoch allerdings als verfrüht. Zunächst müsse die Waffenruhe gefestigt werden. US-Präsident Donald Trump will ein Treffen von Netanjahu mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Washington organisieren.
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