Satellitenkonzern OHB prüft Kapitalerhöhung in nächsten Monaten
München, 07. Mai (Reuters) - Der Bremer Satellitenkonzern OHBOHBG.DE prüft zur Finanzierung seines rasanten Wachstums in der Rüstungsbranche eine milliardenschwere Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr. "Allein die Bundeswehr will in den Jahren bis 2030 jedes Jahr um die sieben Milliarden Euro für Raumfahrt ausgeben", sagte Vorstandschef und Mehrheitsaktionär Marco Fuchs der "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe). OHB soll unter anderem zusammen mit dem Rüstungskonzern RheinmetallRHMG.DE in einem 50:50-Gemeinschaftsunternehmen ein eigenes, satellitengestütztes Kommunikationssystem für die Bundeswehr aufbauen. "Damit wir an diesem Aufschwung teilhaben können, müssen wir investieren", sagte Fuchs. "Deshalb prüfen wir verschiedene Finanzierungsoptionen. Zu diesen Optionen zählt neben Krediten auch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung in den kommenden Monaten."
Diese könnte auch dem Finanzinvestor KKRKKR.N einen Teilausstieg ermöglichen. Dieser war erst vor zwei Jahren für 338 Millionen Euro bei OHB eingestiegen und hält 29 Prozent der Anteile. Zwischenzeitlich hat sich der Börsenwert von OHB auf 5,4 Milliarden Euro versiebenfacht. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten mit der Kapitalerhöhung und einer parallelen Aktienplatzierung von KKR insgesamt 20 Prozent des Unternehmens verkauft und damit bis zu zwei Milliarden Euro erlöst werden. Beraten wird OHB dabei Insidern zufolge von der Investmentbank Rothschild, organisiert werden soll der Schritt federführend von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und JPMorgan.
Die Familie Fuchs hält 65 Prozent der Anteile, nur sechs Prozent sind im Streubesitz, so dass der Aktienkauf praktisch einem zweiten Börsengang ("Re-IPO") entspräche. "Es boomt bei uns in der Branche", sagte Fuchs der Zeitung. "Die 20er sind goldene Jahre für die Raumfahrt – sowohl im zivilen Bereich als auch im Verteidigungssektor." Die Familie würde sich durch die Kapitalerhöhung nur verwässern lassen, aber die Mehrheit der Anteile behalten. "Ich werde keine Aktien verkaufen", sagte Fuchs. "Wir wollen langfristig deutlich mehr als 50 Prozent der Anteile behalten."
Ende März saß OHB auf einem Rekord-Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro, der damit binnen Jahresfrist um 45 Prozent angeschwollen ist. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 18 Prozent auf 270,9 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich auf 27,3 (20,0) Millionen Euro.
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