US-Importzoll belastet Daimler Truck mit Hunderten Millionen
Frankfurt, 06. Mai (Reuters) - US-Importzölle haben den Lkw-Bauer Daimler TruckDTGGe.DE im ersten Quartal mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belastet. Wie Finanzchefin Eva Scherer am Mittwoch sagte, habe das Unternehmen aber Gutschriften für die in den USA gefertigten Teile der Fahrzeuge zu erwarten. Deshalb sei eine Aussage über den Effekt im Gesamtjahr noch nicht möglich.
Mit Blick auf den Iran-Krieg erklärte Scherer, bisher dämpfe die Krise und der Ölpreisanstieg die Nachfrage nicht. Das werde aber umso wahrscheinlicher, je länger der Konflikt dauere. Auch ein Schwenk zu stärkerer Nachfrage nach Elektro-Lkw ist trotz der massiv gestiegenen Dieselpreise in Europa nicht auszumachen. Der zu langsame Aufbau der Ladeinfrastruktur - etwa mit langen Wartezeiten bei Genehmigungen für Ladestationen in den Betriebshöfen der Spediteure - sei nach wie vor ein Bremsklotz.
In den USA lassen sich Elektrotrucks wie der eCascadia von Daimler mit der Abkehr der Trump-Regierung von der Klimaschutzpolitik nicht mehr verkaufen, wie Vorstandschefin Karin Radtström sagte. Der Kostennachteil gegenüber Diesel-Lkw sei zu groß. Das Projekt einer konzernweiten Batterieplattform sei deshalb 2025 beendet worden. Über den US-Branchenverband EMA hat sich Daimler allerdings einer Klage der US-Bundesregierung gegen Klimaschutzvorschriften angeschlossen, was Umweltverbände kritisieren. "Das sollte nicht so ausgelegt werden, dass wir gegen Nullemissionstrucks in den USA sind", sagte Radström. Mit der Klage gegen die schärferen Vorschriften im US-Bundesstaat Kalifornien wolle das Unternehmen nur klären, was rechtlich gilt. Das sei ein technischer, kein politischer Schritt.
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