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Keine Einigung mit Fifa: Indien und China droht WM-Blackout im TV

ReutersMay 4, 2026 11:37 AM
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- Millionen Fußballfans in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt droht ein TV-Blackout bei der im kommenden Monat beginnenden Weltmeisterschaft. Rund fünf Wochen vor dem Anpfiff am 11. Juni gibt es weder in Indien noch in China eine Einigung über die Übertragungsrechte. In Indien hat das Gemeinschaftsunternehmen von RelianceRELI.NS und DisneyDIS.N lediglich 20 Millionen Dollar für die Rechte geboten, was dem Fußball-Weltverband Fifa Insidern zufolge deutlich zu wenig ist. Auch in China, auf das bei der WM 2022 49,8 Prozent aller weltweiten Streaming-Stunden entfielen, steht ein Abschluss mit dem staatlichen Sender CCTV noch aus. Die Fifa sowie die beteiligten Unternehmen äußerten sich am Montag zunächst nicht dazu.

Ursprünglich hatte die Fifa für die Turniere 2026 und 2030 in Indien 100 Millionen Dollar gefordert, diese Summe jedoch später gesenkt. Das Angebot von 20 Millionen Dollar spiegele die Verhandlungsmacht des neuen indischen Medienriesen Reliance-Disney wider, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zum Vergleich: Für die WM 2022 in Katar hatte Reliance noch rund 60 Millionen Dollar gezahlt. Das niedrige Gebot liege zudem an den ungünstigen Anstoßzeiten, da die meisten Spiele in den USA, Kanada und Mexiko in Indien erst nach Mitternacht zu sehen sein werden. Fußball sei in Indien ein Nischenmarkt, der nicht die Werbeeinnahmen von Cricket erziele. Eine durch den Iran-Krieg ausgelöste Flaute auf dem Werbemarkt drücke die Erwartungen zusätzlich. Der japanische Konzern Sony6758.T hat sich Insidern zufolge aus wirtschaftlichen Gründen ebenfalls gegen ein Gebot entschieden.

Dass so kurz vor Turnierbeginn noch keine Verträge für die beiden riesigen asiatischen Märkte vorliegen, ist ungewöhnlich. Bei vergangenen Weltmeisterschaften hatte sich der chinesische Staatssender CCTV die Rechte stets frühzeitig gesichert und Wochen vor dem Start mit der Werbung begonnen. China hat mit rund 200 Millionen die weltweit größte Zahl an Fußballfans. Die Zeit für den Aufbau der Übertragungsinfrastruktur und den Verkauf von Werbeplätzen wird nun knapp. "Es bleibt nicht mehr viel Zeit, ich würde es jedoch nicht als Patt bezeichnen", sagte Rohit Potphode, Manager bei der Werbeagentur Dentsu India. "Es ist eher so, als befänden wir uns am Ende einer Schachpartie, bei der nur noch wenige Züge zu spielen sind."

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