Wirtschaft kritisiert Trumps Zölle: "Belasten transatlantischen Handel"
Berlin, 01. Mai (Reuters) - Der deutsche Außenhandelsverband BGA kritisiert die von US-Präsident Donald Trump angekündigten erhöhten Zölle auf Autos und Lkw aus der EU. "Einseitige Zolldrohungen untergraben Vertrauen und belasten den transatlantischen Handel erheblich", sagte der Präsident des Bundesverbandes Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Völlig unklar sei zudem, auf welcher rechtlichen Basis Trump die angekündigte Zollerhöhung umsetzen wolle. Umso wichtiger seien künftig durchsetzbare Schutzklauseln, die Verlässlichkeit schafften und schnelles Handeln ermöglichten. "Europa muss kooperationsbereit bleiben, aber seine Interessen konsequent verteidigen."
Trump hatte zuvor angekündigt, die aus der Europäischen Union in die USA eingeführten Autos und Lkw ab kommender Woche mit einem Zoll von 25 Prozent belegen zu wollen.
Die EU und die USA hatten im September 2025 ein umfassendes Handelsabkommen für zahlreiche Bereiche geschlossen. Damit sollte auch eine rückwirkende Senkung der Zölle für EU-Autoexporte in die USA auf 15 Prozent von zuvor 27,5 Prozent einhergehen.
"Dieser Schritt kommt unerwartet, ist aber keine völlige Überraschung", sagte Jandura so der nun angekündigten Erhöhung. "Wir wissen inzwischen, dass wir uns bei der Regierung Trump immer wieder auf neue Wendungen und neue Druckmittel gefasst machen müssen."
Die USA sind der wichtigste Abnehmer von Waren "Made in Germany". Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 146,2 Milliarden Euro dorthin exportiert. Das waren 9,4 Prozent weniger als 2024. Den größten Anteil der im vergangenen Jahr in die USA exportierten Waren hatten – trotz deutlicher Rückgänge – Kraftwagen und Kraftwagenteile: Deren Wert summierte sich auf 28,5 Milliarden Euro, was 17,8 Prozent weniger waren als 2024.
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