König Charles beendet US-Staatsbesuch - Charmeoffensive bei Trump
Front Royal, 30. Apr (Reuters) - Mit einem kurzen Abschiedsbesuch bei US-Präsident Donald Trump haben der britische König Charles und Königin Camilla am Donnerstag ihren viertägigen Staatsbesuch in den USA beendet. Nach einem nur sechsminütigen Treffen im Weißen Haus reiste das Paar in die ländliche Idylle der Appalachen weiter. Die Reise stand im Zeichen der Bemühungen, die Beziehungen beider Länder zu kitten. Das Verhältnis war zuletzt angespannt, da sich Großbritannien und andere europäische Verbündete weigern, sich an dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zu beteiligen.
Bei einem Staatsbankett am Dienstag hatte Charles die "unverbrüchliche Verbundenheit" und die "unverzichtbare Allianz" beider Staaten beschworen. Die Charmeoffensive schien bei Trump, der auf den britischen Premierminister Keir Starmer schlecht zu sprechen ist, Wirkung zu zeigen. "Wenn man den König eines Landes so sehr mag, hilft das wahrscheinlich auch der Beziehung zum Premierminister", sagte Trump. Für besondere Erheiterung bei dem US-Präsidenten hatte Charles mit einem Geschenk gesorgt: Er überreichte ihm die Originalglocke eines 1944 gebauten britischen U-Boots namens "HMS Trump".
Beim Abschied am Donnerstag vor dem Weißen Haus zeigte sich Trump erneut begeistert. "Er ist in meinen Augen der größte König", sagte der Präsident. Trump, der mit einem strikten Anti-Einwanderungskurs in den Wahlkampf gezogen war, verabschiedete die Wagenkolonne der Royals mit den Worten: "Großartige Menschen. Wir brauchen mehr solcher Menschen in unserem Land."
Offizieller Anlass der Reise war der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA von der britischen Krone. Charles nutzte dies in Washington für selbstironische Bemerkungen darüber, dass sein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater George III. im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf der Verliererseite stand. Während der Reise sammelte Charles zudem Sympathien bei unterschiedlichsten Zielgruppen – von US-Kongressabgeordneten bis hin zu Schulkindern aus Harlem auf einem städtischen Bauernhof in New York. Dort hatte das Paar auch der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht und Blumen am Ground Zero niedergelegt.
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