Deutsche Glasfaser bekommt frisches Geld von Eigentümern und Banken
München, 29. Apr (Reuters) - Das Tauziehen um die Sanierung von Deutschlands zweitgrößtem Glasfaser-Anbieter ist beendet. Die Deutsche Glasfaser bekommt nach eigenen Angaben insgesamt 1,2 Milliarden Euro frisches Geld von ihren Eigentümern, dem schwedischen Finanzinvestor EQTEQTAB.ST und dem kanadischen Pensionsfonds Omers, sowie von den Gläubigerbanken. "Damit sind wir vollständig durchfinanziert und heben uns klar vom Wettbewerb ab", sagte Geschäftsführer Andreas Pfisterer am Mittwoch. "Auf dieser Basis wird Deutsche Glasfaser den geplanten Netzausbau abschließen und gleichzeitig die laufende Transformation von einem stark baufokussierten Unternehmen hin zu einem kundenorientierten Breitbandanbieter vorantreiben."
Die Verhandlungen zwischen den Eigentümern der Nummer zwei auf dem deutschen Glasfaser-Markt und den Gläubigern hatten sich seit Monaten hingezogen. Das 2011 gegründete Unternehmen leidet unter seiner hohen Schuldenlast von mehr als sieben Milliarden Euro, weil die Zinsen steigen und nicht so viele Kunden auf Glasfaseranschlüsse umsteigen wie erhofft. Zurzeit zählt die Deutsche Glasfaser 2,6 Millionen Kunden. Vom Ziel, bis 2032 auf sechs Millionen Kunden zu kommen, ist sie längst abgerückt. Doch die Verlegung der Glasfaserleitungen vor allem im ländlichen Raum ist teuer. Größter Anbieter von Glasfaser-Anschlüssen ist in Deutschland die Deutsche TelekomDTEGn.DE.
Die "Financial Times" hatte in der vergangenen Woche berichtet, EQT und Omers wollten zusammen 850 Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung stellen, die Gläubiger gäben 400 Millionen Euro in Form von vorrangigen Verbindlichkeiten. Das Unternehmen sprach am Mittwoch von "signifikantem Eigenkapital" und neuem Fremdkapital, die sich auf mehr als 1,2 Milliarden Euro summierten. Die bestehenden Schulden würden langfristig restrukturiert, wobei die Deutsche Glasfaser selbst weniger Schulden aus den eigenen Gewinnen bedienen müsse. Ein Teil soll auf eine Holding der Eigentümer übertragen werden.
EQT und Omers hatten das Unternehmen 2020 für 2,5 Milliarden Euro dem Finanzinvestor KKR und der niederländischen Reggeborgh abgekauft. Seither haben sie - bereits vor der jüngsten Einigung - Medienberichten zufolge vier Milliarden Euro frisches Kapital bereitgestellt.
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