Charles beschwört Allianz mit USA - Aufsehen um "Zwei Könige"-Post
Washington, 29. Apr (Reuters) - König Charles hat bei einer historischen Rede vor dem US-Kongress die unverbrüchliche Allianz zwischen Großbritannien und den USA beschworen, während sein Staatsbesuch von Spannungen und einem diplomatischen Fauxpas überschattet wird. Ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten über den Krieg mit dem Iran würden beide Länder stets vereint die Demokratie verteidigen, sagte der britische Monarch am Dienstag in Washington. Für Aufsehen sorgte jedoch ein Beitrag des Weißen Hauses auf sozialen Medien, der ein Foto von Präsident Donald Trump und Charles mit der Bildunterschrift "Zwei Könige" versah. Kritiker verwiesen darauf, dass die USA nach einem Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Krone gegründet wurden und das Volk der Souverän sei.
In seiner Rede, die er als erst zweiter britischer Monarch vor beiden Kammern des Parlaments hielt, warnte Charles eindringlich vor Isolationismus - was als Anspielung auf Trumps "America First"-Politik gewertet wurde. Er betonte zudem die Wichtigkeit der Nato und der anhaltenden US-Hilfe für die Ukraine. Mit Verweis auf die Magna Carta und die amerikanische Bill of Rights erklärte Charles, die Exekutivgewalt unterliege "Kontrollen und Gegengewichten". US-Medienberichten zufolge hat Trump in seiner zweiten Amtszeit bereits mehrfach mit monarchischer Symbolik kokettiert. Der Präsident selbst wies den Vorwurf, sich wie ein König zu verhalten, kürzlich in einem Interview zurück.
Im Anschluss an seine Rede traf Charles zudem mit führenden Vertretern der US-Technologiebranche zusammen. An dem Gespräch nahmen unter anderem AmazonAMZN.O-Gründer Jeff Bezos, AppleAAPL.O-Chef Tim Cook und NvidiaNVDA.O-Chef Jensen Huang teil. Themen waren demnach die Herausforderungen für junge Technologie-Unternehmen bei der Finanzierung.
Der viertägige Staatsbesuch fällt in eine Phase äußerst angespannter Beziehungen. Trump hatte den britischen Premierminister Keir Starmer wiederholt dafür kritisiert, dass sich Großbritannien nicht an dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran beteiligt hat. Eine interne E-Mail aus dem US-Verteidigungsministerium deutete zudem an, Washington könnte als Reaktion seine Unterstützung für den britischen Anspruch auf die Falklandinseln überdenken. Auch der Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und die Verbindungen von Charles' Bruder Andrew belasten den Besuch. Eine Einladung, sich mit Überlebenden zu treffen, lehnte der König ab.
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