Prozess um vereitelten Anschlag auf Taylor-Swift-Konzert in Wien
Wiener Neustadt, 28. Apr (Reuters) - Knapp zwei Jahre nach einem vereitelten Anschlag auf ein Konzert von US-Star Taylor Swift in Wien hat der Prozess gegen zwei mutmaßliche Anhänger der Extremistenmiliz IS begonnen. Im Zentrum des Verfahrens vor dem Landesgericht Wiener Neustadt steht der 21-jährige Österreicher Beran A., der die Tat im August 2024 in Wien vorbereitet haben soll. Er werde sich zu den Hauptanklagepunkten schuldig bekennen, sagte seine Anwältin vor Prozessbeginn.
Wegen der Pläne in Wien ist ausschließlich Beran A. angeklagt. Dem 20-jährigen slowakischen Mitangeklagten Arda K. werden dagegen Anschlagspläne im Ausland zur Last gelegt. Im Falle einer Verurteilung drohen den beiden Angeklagten Freiheitsstrafen zwischen 10 und 20 Jahren. Das Verfahren ist einer der größten Terrorismusprozesse der jüngeren Geschichte in Österreich.
Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte Beran A. mehrfach den Treueschwur auf den IS abgelegt und sich mit anderen Mitgliedern der Miliz über den Bau von Bomben ausgetauscht. Er stellte demnach eine geringe Menge Sprengstoff her und versuchte, Schusswaffen zu kaufen. Nach früheren Behördenangaben plante der junge Mann mit nordmazedonischen Wurzeln, eine Menschenmenge vor dem Ernst-Happel-Stadion in Wien anzugreifen und sich anschließend selbst zu töten. Der entscheidende Hinweis auf die Anschlagspläne kam von einem US-Geheimdienst.
Einen Tag vor dem ersten geplanten Konzert wurde Beran A. festgenommen. Daraufhin sagten die Veranstalter alle drei Auftritte der Sängerin ab, zu denen jeweils rund 65.000 Besucher im Stadion sowie Tausende weitere Fans davor erwartet worden waren. Der vereitelte Anschlag und die kurzfristige Absage der Konzerte sorgten international für Aufsehen.
Die Ermittlungen förderten zudem internationale Pläne der mutmaßlichen IS-Zelle zutage: Gemeinsam mit einem dritten Komplizen sollen die Angeklagten Anschläge in Dubai, Istanbul und Mekka geplant haben. Dafür reiste Beran A. der Anklage zufolge im März 2024 nach Dubai und Arda K. nach Istanbul. Beide kehrten demnach jedoch nach Wien zurück, ohne die Taten ausgeführt zu haben. Arda K. werde sich schuldig bekennen, mit Anschlagsplänen in die Türkei gereist zu sein, sagte sein Anwalt.
Der dritte Verdächtige versuchte im März 2024, einen Sicherheitsbeamten der Heiligen Moschee in Mekka mit einem Messer zu töten und verletzte bei seiner Festnahme vier weitere Personen. Beran A. und Arda K. weisen den Vorwurf zurück, den in Saudi-Arabien inhaftierten Täter dabei psychisch unterstützt und in seinem Tatentschluss bestärkt zu haben. Für den unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Prozess sind vorerst vier Verhandlungstage bis zum 21. Mai angesetzt.
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