Deutsche Börse profitiert von Krisen-Volatilität and den Finanzmärkten
Frankfurt, 27. Apr (Reuters) - Die Turbulenzen und volatilen Kurse an den Finanzmärkten haben der Deutschen BörseDB1Gn.DE zum Jahresauftakt kräftig Rückenwind gegeben. Der Umsatz klettere im ersten Quartal um elf Prozent auf 1,82 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Montag mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um zehn Prozent auf gut eine Milliarde Euro zu. Unter dem Strich stand ein um elf Prozent höherer Nettogewinn von 585 Millionen Euro. Die Ergebnisse lagen im Rahmen der Erwartungen. Finanzchef Jens Schulte bekräftigte die Prognose: "Mit diesem guten Jahresauftakt sind wir voll auf Kurs, unsere ambitionierten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen."
Die militärische Eskalation im Nahen Osten und die Sorge vor einer Ölverknappung führten zu einer starken Nachfrage nach Absicherungsprodukten bei Aktien und Anleihen, wie der Börsenbetreiber erläuterte. Auch der Handel mit Strom und Gas zog deutlich an. Dämpfend wirkte sich dagegen das gesunkene Zinsumfeld aus, wodurch das Ergebnis aus der Anlage von Kundengeldern (Treasury) auf 204 Millionen Euro von zuvor 230 Millionen zurückging.
Mit Blick auf die strategische Ausrichtung hatte Vorstandschef Stephan Leithner zuletzt vor einem Aktienhandel rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gewarnt. Ein solcher Dauerbetrieb, wie er derzeit an der Wall Street vorangetrieben werde, könne die Liquidität an den Märkten zersplittern, sagte der Manager in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Große Investoren seien auf gebündelte Liquidität zu bestimmten Zeiten angewiesen, um effizient handeln zu können.
Während US-Börsenbetreiber wie die NasdaqNDAQ.O oder die CMECME.O ihre Handelszeiten wegen der Konkurrenz durch den Kryptomarkt massiv ausweiten wollen, setzt Leithner auf eine Stärkung der traditionellen europäischen Handelsplätze. Er unterstütze Pläne der Politik, den Aktienhandel aus sogenannten Dark Pools wieder an die öffentlichen und transparenten Börsen zurückzuholen. Der Anteil der europäischen öffentlichen Märkte am weltweiten Aktienhandel sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten von rund 55 Prozent auf unter 30 Prozent gesunken.
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