Nach Schüssen in Washington: Trump sieht Angriff als Bestätigung seiner Politik
Washington, 27. Apr (Reuters) - Nach dem vereitelten Angriff am Rande eines Gala-Dinners in Washington hat US-Präsident Donald Trump den Vorfall massiv für seine politische Agenda genutzt. Während US-Sicherheitsbehörden am Sonntag (Ortszeit) eklatante Lücken beim Schutz des Präsidenten einräumten, drängen Trump und seine republikanischen Verbündeten nun auf den Bau eines umstrittenen neuen Ballsaals im Weißen Haus. Trump stilisierte sich zudem als Zielscheibe wegen seiner politischen Erfolge. "Wenn man viel bewegt, wird man angegriffen", hatte er bereits kurz nach der Tat am Samstagabend erklärt. Am Sonntag legte er in den sozialen Medien nach und verglich sich mit dem früheren Präsidenten Abraham Lincoln. Ohne seine Zölle auf Importe und die hohen Militärausgaben wäre er weniger gefährdet, so Trump.
Den Angriff führte der Präsident zudem als Argument für seinen geplanten, 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal an. Dieser soll über einen Bunker, ein drohnensicheres Dach und kugelsicheres Glas verfügen. Republikanische Verbündete kündigten am Sonntag an, Gesetzesinitiativen einzubringen, um den gerichtlich gestoppten Bau des Saals durchzusetzen. Der amtierende Justizminister Todd Blanche teilte mit, sein Ministerium werde einen Richter bitten, das laufende Verfahren gegen das Bauprojekt abzuweisen. Ein Bundesrichter ordnete Ende März einen Baustopp für den Ballsaal an und erklärte, das Projekt sei ohne Zustimmung des Kongresses rechtswidrig, obwohl ein Bundesberufungsgericht diese einstweilige Verfügung später aussetzte.
Gleichzeitig steht der Secret Service nach dem Vorfall im Washington Hilton massiv in der Kritik. Der bewaffnete Schütze aus Kalifornien konnte die äußeren Sicherheitskontrollen offenbar umgehen, indem er sich in den Tagen vor der Veranstaltung als regulärer Gast in dem Hotel einmietete, wie am Sonntag aus US-Regierungskreisen verlautete. Zudem verlief die Evakuierung der anwesenden Regierungsmitglieder teilweise unkoordiniert. Während Trump nach etwa 30 Sekunden von der Bühne gebracht wurde, dauerte es bei einigen Ministern rund 150 Sekunden, bis sie den Saal verlassen konnten. Selbst der Schütze wunderte sich in einem Manifest über die laxe Sicherheit. Ehemalige Sicherheitsbeamte erklärten, der Secret Service müsse künftig die Sperrzonen bei Großveranstaltungen deutlich ausweiten.
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