Ministerium: Schütze hatte US-Regierung im Visier - vermutlich auch Trump
Washington/London, 26. Apr (Reuters) - Der von Sicherheitskräften überwältigte Schütze bei einer Presse-Gala mit US-Präsident Donald Trump in Washington hatte es laut dem Justizministerium auf Regierungsvertreter abgesehen. Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche erklärte am Sonntag, er gehe davon aus, dass der Schütze gezielt "Leute, die in der Regierung arbeiten", darunter vermutlich auch Trump, ins Visier genommen habe, sagte er dem Sender NBC. Der Verdächtige sei wahrscheinlich mit dem Zug von Los Angeles über Chicago in die US-Hauptstadt gereist. Er werde am Montag vor einem Bundesgericht formell angeklagt: wegen Körperverletzung und des Versuchs, einen Bundesbeamten durch Abfeuern einer Schusswaffe zu töten.
Der Schütze hatte am Samstagabend an der Einlasskontrolle zu dem traditionellen Dinner der White-House-Korrespondenten im Washington Hilton das Feuer auf Agenten des Secret Service eröffnet. Ein Beamter wurde getroffen. Er sei durch seine kugelsichere Weste gerettet worden und es gehe ihm gut, sagte Trump später vor der Presse im Weißen Haus. Das Gala-Dinner wurde abgebrochen. Trump hatte zum ersten Mal als Präsident daran teilgenommen.
Es war zunächst unklar, ob Trump das Ziel des Angreifers war. Trump sagte allerdings vor Reportern, er nehme es an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, sie habe mit dem US-Präsidenten telefoniert, um ihm ihre Solidarität auszudrücken. "Wir haben betont, dass politische Gewalt in unseren Demokratien keinen Platz hat", schrieb sie auf der Online-Plattform X. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte den Vorfall. Er sei froh, dass US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania und alle Anwesenden in Sicherheit seien, schrieb er auf X. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Keir Starmer.
Das britische Königshaus kündigte unterdessen Gespräche mit den US-Behörden an, um zu klären, ob der Vorfall Auswirkungen auf die Planung des Staatsbesuchs von König Charles in den USA haben würde. Charles und seine Frau Camilla haben sich laut einem Insider auch privat an Präsident Trump und dessen Frau Melania gewandt, um ihnen ihr Mitgefühl auszudrücken. Das britische Königspaar wird am Montag zu einem viertägigen Besuch in den Vereinigten Staaten erwartet. Auf dem Programm stehen ein privates Treffen mit Präsident Trump und eine Rede vor dem Kongress anlässlich der Unabhängigkeitserklärung der USA von der britischen Herrschaft, die sich am 4. Juli zum 250. Mal jährt.
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