Lula fordert von Deutschland gemeinsame Haltung gegen Ausschluss Südafrikas vom G20-Gipfel
Hannover, 20. Apr (Reuters) - Südafrika sollte nach Ansicht von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva trotz der fehlenden Einladung am G20-Gipfel in den USA teilnehmen. "Die USA haben kein Recht darauf, einem Gründungsmitglied der G20 die Teilnahme an einem G20-Gipfel zu verbieten", sagte Lula am Montag in Hannover. "Ich habe Cyril Ramaphosa gesagt, dass er dort erscheinen soll. Er soll Farbe zeigen", fügte er mit Blick auf den südafrikanischen Präsidenten hinzu. Hintergrund ist, dass US-Präsident Donald Trump als diesjähriger Gastgeber angekündigt hat, Ramaphosa nicht zu dem Gipfel in den USA Ende des Jahres einzuladen. Als Begründung nannte Trump angeblichen Rassismus gegen Weiße in Südafrika. Ramaphosa wies dies zurück. Trump hatte nicht am Gipfel der wichtigsten Industriestaaten in Johannesburg Ende 2025 teilgenommen.
Lula forderte Bundeskanzler Friedrich Merz auf, Brasilien und Südafrika in dieser Frage zu unterstützen. "Wenn man Südafrika heute rauswirft, dann wird man morgen Deutschland rauswerfen, dann wird man Brasilien rauswerfen", warnte er. Die anderen Mitglieder müssten sich also zusammentun, um dies zu verhindern. "Das ist doch hier kein Friedensrat", sagte er in Anspielung auf den von Trump gegründeten, umstrittenen Friedensrat für den Gazastreifen. Die G20 seien vielmehr eingerichtet worden, um wirtschaftliche Probleme zu lösen. "Die 20 Gründungsmitglieder haben Anrecht auf die Teilnahme." Der Ausschluss sei ein schwerer Präzedenzfall, kritisierte Lula. "Wenn Deutschland mit mir an einem Strang zieht, dann werden wir es wohl hinkriegen, dass Ramaphosa an der Sitzung teilnimmt." Er warf Trump ein veraltetes Bild Südafrikas vor. Merz äußerte sich in der gemeinsamen Pressekonferenz nicht zu diesem Thema.
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