Boehringer Ingelheim steckt 150 Millionen Pfund in britisches KI-Zentrum
Frankfurt, 20. Apr (Reuters) - Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim baut den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Forschung aus und nimmt dafür in den kommenden zehn Jahren rund 150 Millionen Pfund in die Hand. Mit dem Geld soll ein neues Zentrum für KI und maschinelles Lernen in London entstehen, wie das Familienunternehmen am Montag mitteilte. Ziel sei es, mithilfe der Technologie die Entwicklung neuer Medikamente für bislang schwer behandelbare Krankheiten voranzutreiben. Bis Ende 2027 sollen an dem neuen Standort im Londoner Viertel King's Cross die ersten 50 KI-Experten ihre Arbeit aufnehmen. Das Zentrum ergänzt die bestehenden Forschungsstandorte des Unternehmens in Deutschland, Österreich und den USA.
Boehringer folgt mit dem Schritt einem breiten Branchentrend. Weltweit setzen Pharmakonzerne verstärkt auf KI, um die hohen Kosten und langen Entwicklungszeiten für neue Arzneien zu senken. Branchenprognosen zufolge könnte der Einsatz von maschinellem Lernen die Dauer und die Ausgaben in der frühen Medikamentenentwicklung in den nächsten drei bis fünf Jahren halbieren. Entsprechend investiert die Konkurrenz derzeit in die Technologie: So gab der dänische Konzern Novo NordiskNOVOb.CO erst Mitte April eine Partnerschaft mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI bekannt. Auch andere Branchengrößen wie AstraZenecaAZN.L, Eli LillyLLY.N oder der Dax-Konzern MerckMRCG.DE haben in den vergangenen Monaten KI-Kooperationen geschlossen.
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